Freitag, 13.02. bis Montag, 16.02.2026
Teilnehmer:
Birgit, Cordula, Petra, nochmal Petra, Sigrid, Simone, Wolfgang, GeSie
Freitag, 13. Februar:
Pünktlich um 7:30 Uhr starteten wir an unserer Geschäftsstelle in Amberg zu unserer viertägigen Schneeschuhtour. Nachdem die Rucksäcke, Schneeschuhe und sonstige Ausrüstung sorgfältig im Vereinsbus verstaut waren, konnte es eigentlich losgehen – eigentlich.
Denn bereits nach wenigen Minuten von Zuhause entfernt musste unser Tourguide GeSie noch einmal umdrehen:
Die Hörgeräte lagen gemütlich zu Hause.
Sein Kommentar dazu: 'Vielleicht wäre es bei dem Frauenanteil besser gewesen, die Hörgeräte gleich daheim zu lassen.'
Der Ton war also gesetzt – und die gute Laune ebenso. Kurz vor Passau legten wir eine gemütliche Kaffeepause ein, bevor wir schließlich in Obertraun am Hallstätter See an der Seilbahn ankamen. Hier stellte dann unsere Co-Wanderführerin fest, dass ihr Waschbeutel incl. Kontaktlinsenlösung 400 km entfernt noch zu Hause lag.
Kurzerhand düsten sie und GeSie auf der Suche nach einem Drogeriemarkt zu einer sogenannten 'Wanderbesprechung' nach Bad Goisern.
Beim Kauf der Seilbahntickets erwartete uns dann die nächste Überraschung: In Österreich gelten wir alle schon als Rentner! Immerhin hat das den Geldbeutel etwas geschont.
Während wir an der Bergstation in der Sonne auf unsere shoppenden Bergführer warteten, verging eine Stunde, bis wir endlich gemeinsam weiter zur letzten Station der Krippenstein-Seilbahn fahren konnten. Dort schnallten wir die Schneeschuhe an – und los ging’s Richtung Wiesberghaus, einer Schutzhütte der Naturfreunde Österreich.
Der Einstieg in den richtigen Winterweg war allerdings nicht ganz leicht zu finden. So kämpften wir uns eine halbe Stunde erstmal durch knietiefen Schnee, bergauf, bergab, querfeldein, bis wir schließlich mit der Dämmerung das Wiesberghaus auf 1872 mtr erreichten.
Erschöpft, aber glücklich, genossen wir ein leckeres Abendessen und ließen den Tag beim beliebten 'Hornochsenspiel' ausklingen – gleich zweimal wurde der Punkterekord von Thomas aus der Vorwoche von der Bochumer Hütte überboten!
Die Hütte war nicht voll belegt, so daß wir uns zu acht alleine im großen Lager breit machen konnten.
Samstag, 14. Februar:
Da es erst um 7:30 Uhr Frühstück gab, begannen wir den Tag früh um 7:00 Uhr mit einer halbstündigen Yogaeinheit mit Simone.
Nach einem ausgiebigen Frühstück brachen wir um 9:00 Uhr zur Simonyhütte (2202 m) auf. GeSie und Simone übernahmen das Spuren und kämpften sich mutig durch tiefen Schnee und verschneite Latschenfelder. Kurz vor der Hütte erwartete uns noch eine mit einem Seil abgesicherte steile Passage, die in dem Absturzgelände mit Schneeschuhen echte Akrobatik verlangte.
Oben angekommen belohnten wir uns mit Kaffee, Schokokuchen oder Zimtschnecken.
Den Abstieg zurück zum Wiesberghaus kannten wir schon. Da es noch früh am Nachmittag war, absolvierten wir unterhalb der Hütte noch die bei solchen Touren üblichen LVS-Übungen. Mit so vielen Hühnern auf einem Haufen nicht unbedingt ein leichtes Unterfangen, aber wir haben alle 'verschütteten' Personen gefunden und ausgegraben. Danach wärmten wir uns mit Frittatensuppe wieder auf.
Am Abend gab es wieder ein köstliches Menü und erneut das legendäre Hornochsenspiel, diesmal begleitet von russischer Live-Musik mit Ukulele und Gitarre und lautstarkem Gesang. Nicht jedermanns Geschmack, aber trotzdem unvergesslich.
Beim Sichten einer komplett weißen Videoaufnahme von unserer heutigen Tour kam dann der Spruch des Tages:
'Lag dein Handy im Schnee?'
Sonntag, 15. Februar:
Nach der inzwischen fest eingeplanten Yogaeinheit und dem Frühstück machten wir uns gestärkt auf den Weg zur Gjaidalm. Den ursprünglich geplanten Besuch der Seethaler Scharte am Ende des Hallstätter Gletschers verschoben wir wegen des vielen Neuschnees und auch schlechten Sicht auf nächstes Jahr.
Der Weg zur Alm war eine winterliche Märchenlandschaft: Neuschnee, Schneefall und Nebel erzeugten eine schöne Stimmung – und jede Menge Spaß.
Mehrere von uns testeten unfreiwillig die Weichheit des Schnees und versanken prompt, zum Teil bis zur Hüfte, im tiefen Neuschnee.
GeSies Kommentar dazu: 'Keine Angst – es ist nicht mehr weit bis zum Frühling.' Und an Cordula ging, wegen der Eiskristalle in den Haaren, ein charmantes 'Na, Silberlöckchen, alles gut?' Die Antwort der Gruppe war eindeutig: 'Schneelöckchen wäre netter!' Männer im besten Alter lernen eben nie aus.
Die Gjaidalm wird von einer nepalesischen Familie bewirtschaftet und wir durften echte nepalesische Küche z.B. mit einer köstlichen Sherpasuppe genießen. Aber auch Tiramisu und Kaspressknödelsuppe fehlen nicht auf der Speisekarte.
Nach dem Rückweg zurück zur Hütte folgte abends erneut ein Drei-Gänge-Menü und die obligatorische Hornochsenspielrunde.
Da am Sonntag nur mehr wenige Gäste auf der Hütte waren, konnten wir uns um 22 Uhr zur Hüttenruhe wieder im Lager ausbreiten.
Montag, 16. Februar:
Über Nacht hatte es kräftig geschneit, geschätzt mindestens ein halber Meter Pulverschnee vom feinsten. Nach der opbligatorischen Yogastunde und einem reichhaltigen Frühstück, diesmal sogar mit Frühstücksei, traten wir bei Wind und dichtem Schneetreiben den Rückweg zum Hallstätter See an, diesmal über den Sommerweg. GeSie und Simone spurten unermüdlich und standen dabei mehrfach bis zur Hüfte im Schnee. Am Anfang war die Wegfindung nicht einfach, wir sahen weder Markierungen noch konnte man einen Weg erkennen. Dank der Wander-App fanden GeSie und Simone aber den richtigen Weg.
Damit alle Teilnehmer in den Genuß des Tiefschnees kamen wechselten wir uns später mit dem Spuren ab, bis nach einem letzten Steilstück der Abstieg Richtung Hallstatt begann.
Aufgrund des kräftigen Schneefalls und der tiefen Temperaturen war die Schneeauflage bis fast zum See gut und wir konnten sehr lange die Schneeschuhe an lassen.
An der Materialseilbahn bestellten wir ein Taxi. GeSie und Cordula ließen sich zur Talstation der Seilbahn fahren, um unseren Bus abzuholen.
Auf dem Heimweg begleiteten uns ab Passau zum Teil kräftige Regenschauer, doch gegen 19:30 Uhr erreichten wir wohlbehalten und zufrieden wieder Amberg.
Fazit:
Ein wunderschönes, erlebnisreiches und humorvolles Wochenende ging zu Ende. Wir bedanken uns herzlich bei:
GeSie für die hervorragende Tourenplanung und -durchführung
Simone für die täglichen, wohltuenden Yogaeinheiten
Beide für unermüdliches Spuren, spontane Lösungsfindungen und jede Menge gute Laune
Tiefschnee, Spaß, Teamgeist, Kulinarik und unzählige Anekdoten – diese Tour wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.
© 2026 by GeSie und Cordula

