Winterfreizeit 19.-22.12.2025 der Aktion Bergfreunde

Freitag, 19.12.2025:
Für neun Bergfreunde geht es am vierten Adventswochenende in die Tannheimer Berge. Ausgeschrieben unter dem Titel „Winterfreizeit“ werden Hoffnungen auf Ski- und Schneeschuhtouren geweckt, jedoch vom Schneemangel und der Dezembersonne zunichte gemacht. Und so entscheiden der Wetter- und Schneebericht, dass anstatt der Ski die Klettersachen eingepackt werden. Die Badehose für den Sprung in den Haldensee kann ebenfalls zuhause bleiben, denn dieser ist zugefroren. Trost spenden die vielen vorhergesagten Sonnenstunden und die schneefreien Südwände der Tannheimer Berge.
Für Viki, Joris, Niklas und Torsten geht es am Freitagmittag in Amberg los und auf direktem Weg nach Schattwald in die Selbstversorgerhütte, die den Bergfreunden für die nächsten Nächte als Unterkunft dienen wird. Bei der Fahrt dorthin wird der Topo der Tannheimer Berge eingehend studiert und als lohnend erscheinende Routen für die kommenden Tage werden markiert. Nachdem der Kofferraum entladen und das Lager bezogen ist, wird sogleich mit der Zubereitung des Abendessens, einem Gemüsecurry, begonnen. Pünktlich zum Abendessen treffen auch Savan und David ein. Im Anschluss an das Essen und den Abwasch werden die Aktivitäten für den nächsten Tag geplant.

Samstag, 20.12.2025:
Nachdem am Vorabend noch über die Aufstehzeit diskutiert worden war, läutet der Wecker um 05:30 Uhr das Ende der Nacht ein und nach einem, aufgrund der Uhrzeit eher wortkargen, Frühstück starten eine Stunde später zwei Autos in Richtung Nesselwängle. Unterwegs wird David abgesetzt, welcher mit dem Gleitschirm im Gepäck zweimal auf das Neunerköpfle steigen und anschließend hinabgleiten wird. Die Übrigen beginnen ab dem Parkplatz in Nesselwängle den Aufstieg zur Gimpel Südwand. Nach dem Aufstieg durch den noch dunklen Wald lässt sich auf der Terrasse des Gimpelhauses der morgendliche Sonnenaufgang genießen. Doch übermäßig viel Zeit bleibt nicht dafür, die Kletterer haben Respekt vor den kurzen Dezembertagen. An der in der Sonne liegenden Südwand des Gimpels angekommen, steigen Niklas und Savan in die „Neue Südostkante“ ein. Joris und Torsten folgen nach. Die erste Seillänge soll die anspruchsvollste des gesamten Tages werden. Der Kaltstart in eine noch nicht von der Sonne gewärmte Seillänge lässt die Hände schmerzhaft kalt und die Knie weich werden. Doch bereits am ersten Stand sind die Finger wieder voller Gefühl und warm und die Sonne wärmt Körper und Fels. Der Gipfel des Gimpels belohnt mit herrlicher Aussicht auf die angezuckerten Berge in der Ferne und die grünen Hänge des Tannheimer Tals. Nach dem nordseitig liegenden, verschneiten und teils vereisten Abstieg auf dem Normalweg folgt der steile Weg zum Auto und die Fahrt zurück nach Schattwald. Dort sind als Nachzügler Toni, Paul und Timo eingetroffen, welche bereits mit dem Kochen des Abendessens begonnen haben. Nachmittags kletterten sie noch an der Südkante der Kanzel. Nachdem der Couscousauflauf aus dem Ofen kommt und den Hunger der Bergfreunde gestillt hat, werden Spiele gespielt und der kommende Tag geplant. Ein besonderes Auge auf das (Flug-)Wetter hat hierbei David. Er plant, am nächsten Tag in Richtung Reutte in Tirol zu fliegen.

Sonntag, 21.12.2025:
Am kürzesten Tag des Jahres schellt der Wecker um 05:45 Uhr. Es folgt das gestrige Prozedere. Niklas und Savan sind beim Frühstücken schneller und starten einige Minuten früher in Richtung Nesselwängle. Unterwegs werden David und Joris abgesetzt, David zum Gleitschirmfliegen, Joris zum Wandern. Die übrigen nehmen erneut den Aufstieg zum Gimpelhaus in Angriff. Dort teilen sich heute die Wege. Paul und Timo steigen in die Route „Kuschelrock“ am Vorbau des Gimpels ein, Niklas und Savan warten noch in der Sonne auf die perfekte Zeit für den Einstieg in die Südwestkante der Roten Flüh. Toni und Torsten steigen am Hochwiesler in die „Via Anita“ ein. Nachdem die Kletterer unter idealen Bedingungen speckige Schlüsselstellen, Platten, Wegfindungsschwierigkeiten und den Abstieg zum Gimpelhaus überwunden haben, treffen sie sich alle zum Sonnenbaden auf der Terrasse des Gimpelhauses und beginnen von dort den Abstieg zum Parkplatz. Niklas und Torsten eilen im Laufschritt voraus, um David abzuholen, welcher wie geplant vom Hahnenkamm gestartet und in Richtung Reutte geflogen ist. Auf der Rückfahrt schildert er, dass der Höhenmesser aufgrund des heutigen Südföhns Klänge von sich gab, die man eigentlich in Berliner Nachtklubs erwartet.
Nach einer angeregten Diskussion, ob Knoblauch und Zwiebeln in Käsespätzle gehören oder nicht, gibt es zum Abendessen drei Varianten des traditionellen Allgäuer Gerichtes. Um dem heutigen vierten Advent Rechnung zu tragen, gibt es im Anschluss an das Abendessen Schrottwichteln. Die Beute: „Das Unbewusste“ von Sigmund Freud als Reclamheft, zwei Flurlampen, die spärlichen Überreste eines Wild Country Friends, ein Abseilachter, ein Kalender von 2024 und ein aktueller Adventskalender, ein UNO-Pocket-Spiel mit einer Flasche Sekt, ein Kunstkalender für das Jahr 2026 und als Trainingsgewicht Campingtöpfe aus Edelstahl.
Nach der Planung des letzten Klettertages und ein paar Tassen Punsch und Glühwein ruft auch schon das Lager.

Montag, 22.12.2025:
Am letzten Tag starten Niklas und Torsten früher als die anderen in Richtung Nesselwängle und steigen nach einer spontanen Planänderung in die Westrampe der Roten Flüh ein, wo sie sich über fünf Seillängen Kletterei freuen. Auf dem Abstieg können sie einige Blicke in die Nordwand des Gimpel erhaschen. Da sich die Sonne heute hinter den Wolken versteckt, klettern sie teils in Handschuhen. Auch Toni, Paul und Timo, welche etwas später gestartet sind, erleben in „Wirklich oben bist du nie“ am Gimpel Südostvorbau die frostigen Temperaturen. David fliegt wie am Vortag vom Hahnenkamm in Richtung Reutte. Da die Linienbusse ungünstig getaktet und die Kletterer alle noch auf dem Abstieg unterwegs sind, trampt er kurzerhand zurück nach Schattwald. Dort gibt es noch eine kurze Abschlussrunde und die Gruppe lässt die vergangenen Tage Revue passieren, bevor der Nachhauseweg angetreten wird.

Tourenbericht: Anfängerkurs Höhenglücksteig am 26.10.2025

Wir haben uns weder vom Regen, noch von dem Kälteeinbruch sowie den stürmischen Windböen abhalten lassen und das regenfreie Zeitfenster ausgenutzt.
Zu Beginn unseres Kurses fand eine gründliche Einweisung zum Umgang mit der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) sowie zum „Partnercheck“ statt.
Bevor wir in den Klettersteig eingestiegen sind, gab es noch ein paar Tipps zur kraftschonenden Klettertechnik und zum richtigen Einsatz der Rastschlinge.
Ulrike, Angelika, Thomas, Andreas, Benedikt und Christian

Tourenbericht: Skihochtour Fornohütte (05.04.-09.04.2025)

Wie es Frühjahrsbedingungen so fordern stiegen wir ab Maloja in T-Shirt, jedoch vollständig mit Skiern in sengender Hitze auf zur Fornohütte (2574 m). Zum Glück war der Aufstieg nicht durch Nassschneelawinen gefährdet. Dort angekommen fühlten wir uns sofort wohl. Die Fornohütte ist eine kleine urige Berghütte wie man sie sich als Bergsteiger wünscht. Exzellentes Essen mit ausreichend Nachschlag, Kompetente Tourentipps vom Hüttenpersonal und eine angenehme Atmosphäre. Die Schneelage im Gebiet war ausgesprochen gut. Für den ersten Tag entschieden wir uns für einen soften Start und machten uns auf den Weg zum Monte Rosso (3088 m). Die Nordostwand lachte uns an und wir stapften mit Steigeisen und Skiern auf dem Rücken zum Gipfel. Nach einer Überschreitung wurden wir mit einer exzellent schönen Firnabfahrt belohnt. Konstant 35-40° Steigung zur perfekten Uhrzeit.
Positiv einreden musste man sich den tagtäglichen 200 Hm Gegenanstieg über die Moräne zur Hütte. Eine elegante Aufstiegsvariante für die 40° steile Stufe haben wir in vier Tagen nicht gefunden, dafür haben wir ausreichend Spitzkehren geübt und eine neue Rinne eingespurt. Der Gletscherrückgang hat seinen Tribut.
Am zweiten Tag ging es die Steilstufe erstmal über eine vereiste Rinne hinunter zum Gletscher, den wir ca. 1h bei grandiosem Ausblick bis zu Talschluss folgten. Gruppe Espresso bestieg zuerst den Monte Sissone (3330 m) über einen Firngrat, um danach am Cima di Rosso auf die Gruppe Cappucino zu treffen. Der Cima di Rosso (3360 m) wollte über eine Rinne und einen kurzen ausgesetzten Grat erkämpft werden.
Am dritten Tag liefen wir ebenfalls wieder bis zu Talschluss auf dem Gletscher, bogen jedoch nicht links, sondern rechts ab. Über noch gefrorenen Schnee ging es hinauf Richtung Passo dal Cantun (3254 m). Auf dem Weg mussten wir eine anspruchsvolle Steilstufe mit Seil überwinden, bevor wir weiter zum Joch stapften. Aufgrund der Nassschneeproblematik ging sich kein Gipfel mehr aus und wir fuhren wieder ab. Vor dem Abendessen haben wir uns wie die Tage zuvor nochmals mit Spaltenrettung, Seiltechnik und Material beschäftigt.
Die Rückwegsvariante zurück ins Tal gestaltet sich wider Erwarten mühevoll. Über vereiste Hänge ging es teils mit Harscheisen, teils zu Fuß in Richtung Joch. Auch die Querung zum Passo del Muretto (2560 m) war nicht so einfach wie gedacht. Wir kämpften uns durch windverpressten Schnee und Steine und fuhren abschließend über verfirnte Hänge zurück zum Auto.
Wir hatten traumhaftes Wetter, in einem sehr empfehlenswerten Gebiet und einer klasse Hütte. Ausdrücklich zur Nachahmung empfohlen!

Tourenbericht: Skitour Lindauer Hütte (28.02.-03.03.2025)

Bei strahlend blauem Himmel trafen wir uns Freitag Mittag am Parkplatz im Vorarlberger Latschau. Erst zu Fuß, dann auf der Rodelpiste mit Ski, kamen wir wie geplant auf der Lindauer Hütte (1744 m) an, sodass es nach einer LVS-Übung direkt zum Abendessen ging. Die Halbpension war leider sehr enttäuschend: Fertigsuppen und Fertigsoßen, halbleere Teller und Nachschlag nur für 5,5 € Aufpreis, dann aber auch nur mit einem halben Knödel. Tourenberichte aus dem Gebiet: Fehlanzeige. Hier wird man an Hüttenbesucher verwiesen. Der folgende Morgen startete erst einmal mit einer halben Stunde Warteschlange vor dem Frühstücksbuffet, da jeder Kassenzettel einzeln kontrolliert wurde. Man musste sicher gehen, dass das Frühstück auch korrekt bezahlt war. Um einem Brotdiebstahl vorzubeugen, waren natürlich Taschen und Rucksäcke in der Stube verboten. Dafür ließen wir es uns auf Tour umso besser gehen. Wir stiegen durch den Rachen und über zwei Steilstufen auf die Sulzfluh (2817 m). Am Gipfel trennten sich die Gruppen. Gruppe Cappucino fuhr direkt wieder über fast unverspurten Pulver ab, während Gruppe Espresso die Überschreitung des Gipfels wählte und über eine Scharte zurück zur Hütte wollte (1500 Hm). Als Gruppe Espresso um 17.30 Uhr noch immer nicht an der Hütte war, machte sich der Rest langsam Sorgen. Von der Hütte aus sahen wir einen Helikopter in Richtung der zweiten Gruppe fliegen und ahnten ungutes: Leider war bei der Abfahrt eine Person gestürzt und hat sich das Schien- und Wadenbein gebrochen. Trotz vorheriger Absprache wurden wir für unser wenig verspätetes Abendessen von der Bedienung erst einmal angeschnauzt.
Die verbleibenden beiden Tage verliefen entspannter. Wir genossen das hervorragende Wetter, den Pulver und bestiegen noch den Drusenturm (2700 m), den Eistobel (2600 m) und den Öfakopf (2374 m). Nach einem erfolgreich bestandenem Lawinenszenario im Rahmen einer Übung und einer Firnabfahrt erreichten wir wieder das Tal. Bevor es zurück ging, besuchten wir noch unseren Verletzten im Krankenhaus, der bereits zwei Tage nach der OP wieder auf dem Spinning Rad saß und optimistisch über die kommende Saison sprach.