Wanderwoche in der Schweiz (Seniorengruppe)

Als im Januar Günter und Herbert eine Wanderwoche in der Schweiz für die Senioren organisierten, konnte niemand ahnen, wie viel Glück wir hatten, dass sie statt fand. Wir schlossen uns einer Reisegruppe von Christoph Reisen an und brauchten uns dadurch nicht um die Anreise und die Tourenvorschläge kümmern. Zwischen zwei Corona-Lockdowns fuhren 11 Senioren/innen mit dem Bus am Sonntag, 26. Juli, nach Saas Almagell wo wir uns im Hotel Kristall-Saphir einquartierten.
Am Montag fuhren wir mit dem Bus zum Mattmarkstausee. Diesen umrundeten wir, je nach Kondition, in einer kürzeren oder längeren Wanderung.
Die schönste Wanderung der ganzen Woche war am Dienstag. Von Täsch-Alp geht ein Höhenweg nach Sunnegga, immer mit Blick aufs Hörnli. So nennen die Schweizer liebevoll das Matterhorn. Von Sunnegga ging es mit der Bahn runter nach Zermatt, wo wir noch einen Biergarten und den Bergsteigerfriedhof besuchen konnten.
Am Mittwoch war Saas Fee der Ausgangspunkt. Mit der Gondelbahn ging es rauf zum Felskinn. Auf einem Gletscher wanderten wir zur Britanniahütte. Zurück nahmen wir den gleichen Weg und waren schon schon so früh wieder in Saas Fee, dass wir noch Zeit hatten mit der Seilbahn zur Längfluh zu fahren.
Am Donnerstag hatten wir eine länger Anfahrt nach Betten im Gomstal. Zwei Seilbahnen brachten uns zum Bettmer Horn. von dort wanderten wir auf einer langen Rundtour (16 km) zurück zur Seilbahnstation. Im ersten Teil der Tour ging es immer am riesigen Aletschgletscher entlang. Da gab es Fotomotive ohne Ende.
Auch am Freitag stand noch eine schöne Wanderung auf dem Programm. Von Saasgrund ging es mit einer Gondelbahn zum Kreuzboden. Von da gibt es einen Höhenweg nach Saas Almagell. Der Höhepunkt dieser Wanderung ist ein kleiner Klettersteig am Ende der Tour.
Großes Glück hatten wir mit dem Wetter. Außer einem kleinen Regenschauer am Donnerstag gab es die ganze Woche ungetrübten Sonnenschein. So konnten wir am Samstag zufrieden die Heimreise antreten

Tourenbericht Kleinwalsertal

Touren im Kleinwalsertal

Gewitteriges Schauerwetter mit zum Teil ergiebigen Regenfällen. Ein Wetterbericht, der nicht gerade zum Bergwandern einläd. So starten wir mit gemischten Gefühlen am Sonntag ins Kleinwalsertal. Die Unwetterwarnung rund um Memmingen setzt dem Ganzen dann noch die Krone auf. Aber man soll alles nicht so ernst nehmen.

So sind wir angenehm überrascht, als in Mittelberg an der Talstation der Seilbahn zum Walmendinger Horn blauer Himmel zu sehen ist.

Von der Bergstation aus beginnt unsere Dreitagestour unter kundiger Führung von Josef in Richtung Schwarzwasserhütte. Das Wetter zeigt sich momentan stabil und so gehen wir Richtung Ochsenhofer Köpfe immer am Grat entlang. Unsere Freude ist allerdings von kurzer Dauer als Regen einsetzt und wir durch steiles, wegloses Gelände sicherheitshalber zum Normalweg absteigen.

Wie zum Kuckuck reißt es wieder auf und wir gehen in Richtung Ochsenhofer Scharte. Die Sonne scheint vom blauen Himmel. Wir gönnen uns eine kurze Rast, was uns anschließend eine gehörige Portion Regen einbringt. So erreichen wir am frühen Nachmittag die schön gelegene Schwarzwasserhütte.

Wer allerdings dachte, für heute sei schon Ruhe und sich der Körperpflege widmete, der hatte sich geirrt. Eine kleine Tour zum Steinmandl hat Josef noch eingeplant.

Nach der halben Wegstrecke ziehen von Westen dunkle Wolken auf. Doch es geht weiter dem Gipfel entgegen. Leichter Regen und fernes Donnergrollen setzten ein.“ Wir warten noch“. Es regnet weiter, die Wolken werden dunkler. „Vielleicht zieht es vorbei „ . Es zieht aber nicht vorbei. Jetzt aber ab und Rücksturz zur Hütte. Das Gewitter hat uns voll im Griff. Blitz und Donner !! Und jeder ist froh als wir die schützende Hütte erreichen. „Tropfertnos“.

Tags darauf sieht es wettermäßig nicht so schlecht aus. Erst für den Nachmittag sind Regenfälle gemeldet. So starten wir mit Elan erneut zum Steinmandl, um nun endlich mal einen Gipfel zu machen. Es klappt auch und so gehen wir auf dem Grat weiter zum Kreuzmandl unseren zweiten Gipfel. Weiter in ständigem Auf- und Ab zum Falzer Kopf und zum Kreuzle.

Über einen Taleinschnitt unserem Ziel, den Diedamskopf, entgegen, den wir ebenfalls noch trocken erreichen. Den einsetzenden Regen wollen wir in der nahegelegenen Bergstation aussitzen und erlauben uns eine ausgiebige Brotzeit. Doch mit dem Aussitzen wird’s nichts. Im Regen treten wir den Rückweg zur Schwarzwasserhütte an. „ Tropfertnos“.

Der Dienstag steht im Zeichen des Hohen Ifen. Wetterbesserung ist vorhergesagt. So verabschieden wir uns von der Schwarzwasserhütte und steigen mit vollbepacktem Rucksack zunächst im Nebel in Richtung Ifen.

Klassisches Bergwandergelände mit alpinen Einlagen und einigen Seilversicherungen geleitet uns immer weiter dem Gipfel entgegen. „ Wann reißt der Nebel auf“ ? Wann kommt die Sonne“? so fragen sich die meisten. Dann flacht das Gelände aus und verschwommen taucht das Gipfelkreuz auf.

Irmgards Hoffnung auf eine Rundumsicht am Gipfel zerfällt im Grau, das uns einhüllt. Da hilft auch die immer länger ausgedehnte Gipfelrast nichts.

Der Abstieg führt uns wieder durch drahtseilgesichertes Gelände und einige Altschneefelder zunächst zur Ifenhütte und dann weiter zur Auenhütte.

Im Laufschritt zum wartenden Bus und zurück nach Mittelfeld. Dort lassen wir die Tour bei einer Kaffeepause ausklingen. Doch was ist das. Beim Einsteigen ins Auto reißt die Wolkendecke auf. „Wä gmatzt“.

Dank an Josef und Irmgard für die Planung und Organisation und dass wir trotz des instabilen Wetters die Tour durchführen konnten.

Andrea, Christa, Cordula, Gerda, Toni, Werner, Wolfgang.

Bericht von Toni

Tourenbericht: Oasentage 2019 Gruppe 2 oder „Wo Frauen sich sauwohl fühlen“

Eigentlich war die Adolf-Pichler-Hütte als Ziel geplant, aber die Umstände machten uns einen Strich durch die Rechnung und unsere Organisatorin Doris musste kurzfristig eine andere Bleibe für 8 Damen „mittleren Alters“ finden.
Mit der Schönblick Hütte am Hohen Bogen bei Neukirchen zum Hl. Blut hatte sie eine gute Wahl getroffen.

Am Mittwoch, 26.06., einer der heißesten Tage dieses Jahres, machten wir uns mit zwei Autos auf Richtung Bay. Wald. Weil die Oasendamen Gruppe 1, sich tags zuvor mit den Widrigkeiten bei der Bahn herumgeschlagen haben, wählten wir diese Art der Anreise.
Bei bestem Sommerwetter erreichten wir Neukirchen und machten uns zügig an den Aufstieg. Bis wir endlich den Wald erreichten, brannte die Sonne mit ganzer Kraft auf uns und die Schweißtropfen traten aus allen Poren. Der vollgepackte Rucksack drückte schwer auf unsere Schultern.
Endlich hatten wir die schattigen Bäume erreicht und stiegen auf einem wunderschönen Steig steil aufwärts. Die Trinkpause wurde mit einer Baummeditation verbunden und gestärkt durch die Kraft der Bäume marschierten wir weiter. Etliche Höhenmeter stapften wir auch schweigend, um uns ganz auf den Wald mit seinen Geräuschen und Gerüchen einzulassen und unseren Atem zu spüren.
Bald hatten wir die Hütte erreicht und waren überrascht von dem herrlichen Ausblick, der einladenden Terrasse und der gemütlichen Gaststube. Bei einem Eiskaffee erholten wir uns von den Strapazen und nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten kam der nächste Höhepunkt.
Ein kurzer Marsch führte uns auf eine Wiese mit Kapelle, einem Brunnen und einem grandiosen Blick auf Neukirchen und die Bayerwaldberge bis weit nach Tschechien. An diesem Kraftort führte uns Doris in die Geheimnisse des Quigong ein. Beim Wolkenteilen, beim Regenbogen, beim Wasserschöpfen und vielen anderen Übungen ließen wir unseren Atem ein und ausströmen. Mit dem Lied „Die Erde ist schön“, und einem erfrischenden Fußbad im Brunnen beendeten wir den spirituellen Teil. Das anschließende Glas Prosecco im Bergheim, war dann noch das I-Tüpferl des Nachmittags.
Am Abend servierte uns unser Wirt auf der Terrasse ein 5 Gänge Menü, welches manchen Magen fast ein wenig strapazierte. Interessante Gespräche, der herrliche Sonnenuntergang und spritziger Aperol waren ein würdiger Abschluss des ersten Tages.

Der Donnerstag begann mit einem Dank an Mutter Erde, an die Gestirne, an Pflanzen, Tiere und Mitmenschen und Quigong auf der Terrasse. Nach dem gemeinsamen Lied war die Lust auf Frühstück groß und wir genossen es in vollen Zügen.
Dann wanderten wir auf wunderschönen Steigen auf und ab Richtung Burgstall, dabei tauchten wir immer wieder zum „Waldbaden“ ein. Groß war die Freude als wir das Gipfelkreuz des Burgstalls erreichten und die herrliche Aussicht genießen konnten.
Der Rückweg führte uns über die Diensthütte, wo wir uns mit einem Weizen oder Schorle erfrischten.
Dann ging es weiter über die ehemaligen Natotürme, die von besonders sportlichen Damen erklommen wurden. Deren Lohn war ein phantastischer Rundumblick während die „gemütlichen“ eine Runde Hariobo, Datteln oder Feigen naschten. Natürlich kamen wir wieder am Bergheim vorbei, wo der obligatorische Prosecco konsumiert wurde.
Auch an diesem Abend erwartete uns ein reichhaltiges Abendessen, allerdings in der Gaststube, denn ein kühler Wind vergraulte uns von der Terrasse. Der „Kaiser im Glas“, der zum Dessert serviert wurde, lag einigen in der Nacht ganz schön schwer im Magen. Den konnte nicht einmal der später eingenommene Aperol zersetzen.

Zu schnell kam der Freitag, den wir nochmals in vollen Zügen genossen. Gebet, Quigong und das gemeinsame Singen waren wieder der gelungene Auftakt zu unserem letzten Tag. Das reichliche Frühstück gab uns Energie für den Abstieg nach Neukirchen. Nachdem wir unsere Autos erreicht hatten, wurde unnötiger Ballast im Kofferraum verstaut und wir wanderten am Klangmeilenweg bei sommerlichen Temperaturen Richtung Eschlkam. Natürlich wurden unterwegs die verschiedenen Instrumente in den Pavillons ausprobiert und die ungewohnten Klänge verwöhnten unsere Ohren.
Der Kunstwanderweg mit Installationen tschechischer, amerikanischer und deutscher Künstler war ein weiterer Höhepunkt auf unserem Weg.
In Eschlkam, der ältesten geschichtlich bekannten Dorfsiedlung zwischen Bayern und Böhmen, besichtigen wir die Kirche, die dem Hl. Jakobus geweiht ist. Bei einem gemeinsamen Gebet und einem Lied dankten wir für die unvergesslichen Tage im Bay. Wald.
Das Mittagessen im Gasthaus Post und ein Abschlusseis in einem Cafe beendeten diese unvergesslichen Tage.
Unserer Organisatorin Doris danke ich ganz herzlich für ihre Mühen und allen Mitwanderinnen für die interessanten Gespräche und das Dabeisein.

Tourenbericht: 3 unvergessliche Tage beim Schneeschuhwandern (FR, 29. – SO, 31.03.2019)

Eigentlich hatten wir uns alle für eine Schneeschuhtour Alpin auf der Bamberger Hütte angemeldet.
Aber eine Woche vor dem Start bekam unser Tourenführer Gesie die Mitteilung, dass besagte Hütte ab sofort geschlossen wird, wegen akuten Wassermangels infolge des trockenen Sommers. Was Gesie mit den Worten „Shit happens“ kommentierte und seinen Mitwanderern per mail kundtat.

Nun war guter Rat teuer, wohin auf die Schnelle mit 9 Leuten. Aber ein eingefleischter DAVler mit besten Kontakten zur Gastronomie fand eine großartige Alternative. Die Wirtsleute Ausborn aus Buchenau im Bay. Wald öffneten nur für uns ihr „Haus zum Latschensee“ und so starteten wir, Gesie unser Guide und Fahrer, Sigrid, Evi, Vroni, Susanne, Herrmann, Matthias, Thomas und ich bei schönstem Frühlingswetter am Freitagmorgen.

Nachdem wir unser Quartier bezogen hatten, ging es unverzüglich zum Lindberger Schachten los. Die ersten zwei Drittel des Weges war wandern angesagt, aber dann kam endlich die nötige Unterlage und die Schneeschuhe konnten angelegt werden. Gegen Mittag war unser Ziel erreicht und auf der Veranda einer Forsthütte wurde gebrotzeitlt, geschnapselt und ein Sonnenbad genommen.
Gut gestärkt traten wir übers Wildscheuereck unseren Rückweg an und ließen uns eine Zischhalbe auf der Terrasse im Haus Latschensee schmecken, die wir uns nach
520 Höhenmetern redlich verdient hatten.

Für Samstag war der Große Rachel, mit 1452m der zweithöchste Bayerwaldgipfel, als Ziel geplant. Nach einem reichlichen Frühstück und einer kurzen Fahrt mit unserem Bus erreichten wir den Parkplatz Oberfrauenau. Noch ein Blick auf die Karte und schon stiefelten wir los mit den Schneeschuhen am Rucksack verschürt. Doch der Aufstieg brachte uns nicht nur ins Schwitzen, sondern erforderte volle Konzentration. Zahlreiche Bäume und Sträucher lagen infolge des Schnee- und Windbruchs quer über dem Weg und dazwischen plätscherte das Schmelzwasser ins Tal. Klettereien durch dieses Gestrüpp, erschwert durch die sperrigen Schneeschuhe und ungeplante Umwege, brachten und ganz schön ins Schnaufen. Doch Trink- und Bonbonpausen und immer wieder der Ausblick in die großartige Landschaft hielten uns bei Laune und endlich gabs wieder Schnee, um unseren Sport auszuüben. Ganz schön steil und lang zog sich der Weg bis hin zum Waldschmidt Haus auf 1360m, welches leider geschlossen hatte, aber die Rucksackbrotzeit bei herrlichem Wetter schmeckte köstlich. Mit neuer Kraft wurde anschließend das letzte Stück bis zum Gipfel gemeistert, dort belohnte uns die großartige Rundumsicht für die Strapazen. Nachdem der Gipfelschnaps getrunken und alle Fotos im Kasten äh, im handy waren, stiegen wir ab und langsam machten sich die geleisteten 810 Höhenmetern in den Beinen bemerkbar.
An diesem Abend verwöhnte uns unsere Wirtin mit einem knusprigen Schweinsbraten, Kartoffelknödeln und Salat und etliche krönten dieses Mahl noch mit einem Eisbecher, bei dem das Sahnehäubchen und der Schuss Eierlikör nicht fehlen durften. Das Bier, der Wein und der Schnaps schmeckten vorzüglich, so dass mancher Teilnehmer tief in seine Seele blicken ließ. Von Casinobesuchen im Cowboyoutfit, von der Lust am Zocken oder Kiffen war die Rede, aber auch vom Übernachten unterm Sternenhimmel und aufregenden Reiseberichten aus Costa Rica und Spitzbergen.

In dieser Nacht fehlte uns wegen der Zeitumstellung eine Stunde Schlaf, doch alle waren am nächsten Morgen pünktlich am reich gedeckten Frühstückstisch versammelt.
Unsere Sonntagstour starteten wir am Parkplatz Zwiesler Waldhaus und los gings mit den Schneeschuhen am Rücken zum Großen Falkenstein (1315m). Das Schutzhaus war zwar noch geschlossen, aber der großzügige Neubau ist bereits fertiggestellt und wartet auf hungrige und durstige Gäste. Am Gipfelkreuz wurden die Reste der mitgebrachten Brotzeit geteilt, die Aussicht bewundert und die letzten Fotos geknipst.
Über den Ruckowitzschachten, auf dem es noch ordentlich Schnee gab, was wir auch gleich ausnutzten, stiegen wir ab und schnurstracks gings ins Cafehaus. Dort ließen wir bei Kaffee und Kuchen oder sogar einer Currywurst diese unvergesslichen drei Tage ausklingen.

Danke Gesie für Deine Mühen und die tolle Organisation!
Irene Kraft

Anmerkung der Autorin: Die Mitglieder der Gruppe waren von Anfang 40 bis Mitte 60, wobei sich die beiden Omas Sigrid und Irene wacker geschlagen haben 😊

Tourenbericht: Schneeschuhwanderung am 02.02.2019

Tour:
Schneeschuhwanderung Bayrischer Wald, kleiner Arber, Chamer Hütte, 02.02.2019

Mit dabei:
Amrei, Annina, Christina, Christof, Gudrun, Lisa, Michael, Mischa, Petra, Susanne und Wanderleiterin Sieglinde

Samstag Morgen, dass Wetter ist alles andere als einladend. Es regnet leicht, die Hoffnung auf ein Ende ist laut Wetterbericht nicht groß. Aber das tut dem Willen und der Freude auf eine gemeinsame Schneeschuhwanderung keinen Abbruch. Elf mehr oder weniger Wanderbewehrte trafen sich in Bodenmais beim Schneeschuhverleih. Gemeinsam ging es dann zum Parkplatz am Rißlochweg, um sich startklar zu machen. Gut die Hälfte der Gruppe hat das erste mal Schneeschuhe unter den Füßen und die ersten vorsichtigen Gehversuche wurden unternommen. Es stellte sich gleich heraus: das kriegen wir hin! Schneeschuhgehen macht Laune! Los ging´s.

Der Regen ließ leider nicht nach, ganz im Gegenteil, er wurde teilweise stärker. Aber natürlich schmälerte dies unsere Freude an der gemeinsamen Wanderung keineswegs. Zu Anfang gab es immer wieder beim Gehen Gespräche; je höher wir kamen, wurden die Gespräche weniger. Da zeigte sich, wer ein „alter Wanderhase“ mit Kondition, und wer ein Neuling war. Die Neulinge brauchten dann ihre Puste für den Aufstieg.

Der Wald war noch tief verschneit. Je höher wir kamen, umso größere Mützchen trugen die Bäume. An den Felsbrocken waren „Eisfälle“ zu bewundern – wirklich schön zum Ansehen. Die Wegweiser an den Bäumen und die Tafeln waren freigeschaufelt. Ansonsten hätte die Schneedecke sie verschluckt. Also war die Schneedecke locker 2,50 Meter hoch. So war es auch empfehlenswert, auf dem „Trampelpfad“ zu bleiben. Denn ein Danebentreten bedeutete ein tiefes Einsinken; was immer wieder mal zu sehen war.
Auf halbem Weg etwa ging der Regen endlich in Schnee über. Wie schön! Wir überquerten sicher einige kleine Wasserläufe, stiegen über umgestürzte Bäume, marschierten eine Zeit lang am Rißbach entlang zu den Wasserfällen. Nirgendwo im Bayerwald gibt es einen größeren Wasserfall zu bestaunen.

Auf gut der halben Strecke, an einer schönen lichten Stelle, halten wir eine kleine Brotzeitpause, die Energiespeicher auffüllen. Für ein paar kurze Momente kam auch die Sonne aus der dicken Wolkendecke hervor. Was für ein Genuss! Während der Pause zeigt sich deutlich, wer diese Wanderung als Spaziergang sehen kann. Petra freut sich über eine unberührte Schneelandschaft und hüpft wie ein junges Reh über die Fläche, während andere die Pause voll und ganz zur Erholung und Kräfte schöpfen für das letzte Stück zur Chamer Hütten brauchten. Weiter geht´s.

Die Chamer Hütte war ordentlich gut besucht und überfüllt. Wir hatten aber riesiges Glück und just in dem Moment, als wir ankamen wurde ein großer Tisch, genau passend für unsere Gruppe, frei. Was für eine Freude! Die Pause dehnte sich dann auch durch das gemütliche Beisammensitzen etwas aus. Nach ausgiebigem Essen und Trinken fühlten sich wieder alle stark genug, um noch den Gipfel zu erklimmen. Schneeschuhe ran, geliehene Schlitten mitgenommen und an einer guten Stelle zwischengeparkt marschieren wir weiter. Doch der Nebel macht uns zu schaffen. Es wird immer „undurchsichtiger“ und stiller. Sieglinde entscheidet dann, den Gipfel „vorzuverlegen“ und das Weitergehen zu beenden. Es wird zu gefährlich. Wir wollen schließlich nichts riskieren und am Ende noch eine Kameradin / Kameraden verlieren oder uns verlaufen. Auf unserem persönlichen Gipfel gibt es einen kleinen Gipfelschnaps bzw. für die Jugend Schokolade, die obligatorischen „Gipfel“-Bilder – dass muss sein! – und dann ein zügiges Zurückgehen zu den Schlitten.

Ja, und dann kam das Beste! Der Rückweg wird gerodelt. Was für ein Spaß!
Die übermütige Jugend, wobei wir Erwachsenen in Sachen „Übermut“ nichts nachstanden, hatte ein kleines Malheur und stürzt kopfüber – der Comic lässt grüßen – am Wegesrand in den Schnee. Aber sie hat Glück, es ist nichts passiert. So bleibt es Gott sei Dank bei einer netten Anekdote mehr nicht. Unten angekommen -der Rodelweg war viel zu kurz!- geht es zu Fuß zu den Autos zurück; es gibt schon leichte Abenddämmerung.

Ein schöner Tag, nette Menschen, viel Spaß, die Natur, mit Sieglinde eine nette und kompetente Führerin – das darf gerne wieder sein.

Lisa