Tourenbericht: Naturpark Texelgruppe und südtiroler Alpenhauptkamm

Samstag, 22. bis Donnerstag, 27. Juli 2023


Teilnehmer: (von links nach rechts)
Petra, Tabea, Thomas, Irina, Vroni, Martina, GeSie und Georg

 
Samstag, 22.07.2023
Anreise zum Berggasthof Hochfirst – Timmelsalm

Um 10:00 Uhr Vormittag in Amberg zu einer Bergtour aufzubrechen war für uns alle mehr als ungewohnt. Aber sowohl die Anreise nach Südtirol als auch unser erster geplanter Tourentag hatten es in sich, also haben wir uns entschieden einen Tag früher zu starten und am Timmelsjoch, 45 Minuten vor unserem Zielort Pfelders im Passeiertal, bei einem Berggasthof mit Lagerplätzen die erste „Hüttennacht“ zu verbringen, um am darauffolgenden Sonntag in aller früh zu unserer ersten Tagesetappe aufbrechen zu können.
Der Sommer 2023 war wettertechnisch ein einziges auf und ab. Auch der Wetterbericht für unsere Tour war nicht der beste, wollten wir doch bis zu 3 Dreitausender erklimmen. Aber immerhin waren die Aussichten auch nicht so schlecht, dass die Tour komplett ausfallen musste. Keiner von uns ließ sich also entmutigen und so brachen wir wie geplant zu acht (Irina, Martina, Petra, Tabea, Vroni, Georg, GeSie und Thomas) auf in unsere geliebten Alpen.
Um 17:00 Uhr lenkten wir unsere 2 Autos auf den Parkplatz des Berggasthofes ein. Essen war für 19:00 Uhr angekündigt. 2 Stunden also, die wir für einen kleinen Spaziergang (das ganze Wanderung zu nennen wäre jetzt sicherlich übertrieben) Richtung Timmelsalm nutzten. Nach 7 Stunden Fahrtzeit die Beine zu vertreten tat uns allen gut. Das erste was uns auffiel: Die Luft war klar (es hatte die letzten Tage geregnet) und sie riecht in Südtirol anders: einfach nach Südtirol. Wir waren angekommen, jetzt auch mental. 10 Minuten hinter dem Gasthof bogen wir auf den E5 ein, somit können wir jetzt alle 8 auch sagen, dass wir schon den E5 gegangen sind. (ein bisschen Spaß muss sein ) Pünktlich zum Abendessen waren wir wieder zurück am Gasthof und ließen den ersten Abend ausklingen.

 
Sonntag, 23.07.2023
Pfelders (1.622) –> Oberkaseralm (2.131)
über Spronserjoch (2.587), Spronserseen (2.300 – 2.500), Schwarzkopf (2.805)

Pfelders, 9.00 Uhr, Sonnenschein. Unsere Textelgruppen-Rundtour starteten wir bei perfekten Bedingungen. Die ersten 250hm ging es noch durch Bergwald (der letzte für die nächsten 5 Tage, so tief werden wir bei der Tour erst wieder beim letzten Abstieg kommen) und wir stiegen uns gemütlich ein und schraubten uns hoch bis zur Faltschnalalm. Spätestens hier verzichteten wir alle sowohl auf Jacken als auch auf die lange Hose. Hoffnung keimte auf, schließlich genossen wir gerade Sonnenschein pur, obwohl der Wetterbericht zwar trocken, aber bewölkt gemeldet hatte. Auf dem Weg durch das urige Faltschnaltal trafen wir auf Einheimische, ein paar Wanderer und viele Kühe. Für einen Sonntag im Juli war es extrem ruhig und wir genossen die Stille der Natur. Mit der Zeit zog es immer mehr zu und rund 100hm unterhalb des Spronserjochs standen wir dann letztendlich im Nebel, so dass wir den sicherlich traumhaften Ausblick vom Spronserjoch auf die Spronserseen mehr erahnen als sehen konnte. Der Wind war ebenfalls nicht zu unterschätzen und forderte dann bei der Pause am Joch den ersten Tribut: Das Sitzkissen von Vroni wollte unbedingt eigenständig auf große Reise gehen und flog im hohen Bogen davon. Rettungsversuche samt Klettereinlage scheiterten, wer von der Sektion des nächste Mal bei den Spronserseen unterwegs ist und ein Sitzkissen entdeckt: Bitte mitbringen!
Eigentlich wäre die Tour mit knapp 1.000hm und rund 12km als ersten Tourentag ja genug gewesen. Nachdem aber die geplanten Gipfel für die nächsten Tage aufgrund der Wettersituation unklar waren, entschlossen sich fünf von uns, noch 300hm extra zurückzulegen und den Schwarzkopf als Gipfel dranzuhängen. Den konnte uns dann schon keiner mehr nehmen. Ab und zu riss auch der Nebel am Gipfel etwas auf, so dass wir zumindest den ein oder anderen Blick erahnen konnten.
Um kurz nach 4 waren wir dann alle wieder vereint und kamen bei unserer Schutzhütte, der Oberkaseralm, an. Für die Nächtigung mussten wir uns aufteilen: Sechs von uns schliefen in einem 5qm-Zimmer (3fach-Stockbetten machens möglich), während zwei im ehemaligen Kuhstall logieren durfen, der aufgrund der vergangenen Regentage alles andere als trocken war. Auf der Alm gab es außerdem eine sehr anhängliche Almkatze, die auch auf der Speisekarte abgedruckt war. Keine Ahnung, was uns der Wirt damit sagen wollte.

 
Montag, 24.07.2023
Oberkaseralm (2.131) –> Lodnerhütte (2.266)
über Langsee, Milchseescharte (2.707), Halsljoch (2.808), Lazinser Rötlspitz (3.037)

Fliegende Matratzen, eine Katze die sich gezielt als Nachtlager das Bett desjenigen ausgesucht hatte, der keine Katzen mag und in aller früh flatternde Hüttenschlafsäcke am Fahnenmast (zum trocknen nach der Stallnacht) – jetzt im Nachhinein glaube ich, wir haben das nur geträumt.
Wir lagen gut in der Zeit. Um 7.50 Uhr, 10 Minuten vor dem Plan, starteten wir Richtung Milchseenscharte. Die Alternativroute über den Tschigat (2.998) hatten wir bereits am Vorabend gemeinsam aufgrund des Wetterberichts gestrichen. Gemeldet war ab dem frühen Nachmittag etwas Regen, abends Gewitter. Aber das Wetter war schon in aller früh diesig und drückend. Der gemeldete Sonnenschein, auf den wir uns gefreut hatten, entsprach leider nicht den Tatsachen.
Wir stiegen wieder auf zu den Spronser Seen, und auch wenn wir alle es dachten, wir hätten es nicht aussprechen sollen: Wenigstens regnet es nicht!
Und schon fing es an zum Tröpfeln – Naja, wenigstens nur tröpfeln.
Rund 15 Minuten später öffneten sich alle Schleusen und wären wir durch den See geschwommen, wir wären auch nicht viel nässer geworden. Aber immerhin war es ja nur Regen.
Bis wir dann weitere 15 Minuten später direkt im Gewitter standen, und das kurz vor den Milchseen und der mit Eisenketten und -tritten ausgestatteten Milchseenscharte, der – wohlgemerkt leichteste – Übergang zur Lodnerhütte. Bei Gewitter definitiv nicht machbar. Jedoch war die Alternativroute, der Tschigat, mit freien Kletterstellen bis UIAA2 bei dem Wetter ebenfalls keine gute Wahl.
Glück im (Wetter)unglück: Am Einstieg der Milchseenscharte riss der Himmel auf. Kurz hatten wir Sonne und blauen Himmel über uns und viel wichtiger: freie Sicht so weit, dass wir sicher gehen konnten, dass die nächste Stunde definitiv kein Gewitter nachkommt.
Also stiegen wir ein in die Milchseenscharte. Die Sonne war so schnell weg wie sie da war und wir standen im Nebel. Und stießen in der Scharte auf Arne, der für die nächsten Tage unser 9. Gruppenmitglied werden sollte. Er war alleine losgezogen, da ein paar Einheimische meinten, dass die Route problemlos machbar sei. Die Einschätzung „problemlos“ bedeutet aber für Südtiroler sichtlich etwas anderes als für Rheinland-Bewohner – und so halfen wir unserem Gast über die schwierigen Passagen auf der Route.
Um 10.00 Uhr waren wir oben auf der Milchseenscharte und machten es uns erstmal für 30 Minuten Pause bequem in der dortigen Biwak-Schachtel, bevor wir uns über Blockfelsen hoch zum Halsljoch durchschlugen. Wehmütig sahen wir hoch zu unserem geplanten ersten Dreitausender, der Lazinser Rötlspitz. Aber der Gipfelerfolg blieb uns verwehrt, in der Ferne sah man bereits die nächsten Gewitter anrücken. Wir machten uns also an den Abstieg zur Lodnerhütte, bei der wir dann, trotz nochmaliger Pause unterhalb des Halsljochs, bereits um 13:45 Uhr eintrafen.
Hoffnungsvoll fragten wir den Wirt nach dem Trocknungsraum der Hütte – die jedoch keinen hatte. Die Alternative des Wirts, mehrere Wäscheständer, die er uns unter dem Vordach der Hütte aufbaute, war bei der aktuellen Luftfeuchtigkeit leider wenig hilfreich. Bis heute fragen wir uns, ob unsere Sachen nicht nur nicht getrocknet sind, sondern noch feuchter wurden.

 
Dienstag, 25.07.2023
Lodnerhütte (2.266) –> Stettiner Hütte (2.875)
über Johannesscharte (2854), Eisjöchl (2895), Hohe Wilde (3.482)

6:30 Uhr – die Wecker in unserem Schlafraum klingelten und zunächst fragten wir uns, wieso wir überhaupt welche gestellt hatten. Draußen tobte sich das Wetter aus. Strömender Regen, Gewitter, Wind – alles was man sich für einen Tag in den Bergen wünscht – vor allem da heute abermals eine Scharte, diesmal sowohl im Auf- als auch im Abstieg, anstand.
Mit dem Wirt hatten wir um 7:00 Uhr Frühstück vereinbart – also gab es keine Diskussion und wir standen trotzdem auf – mal schauen was der Tag so mit sich bringt. Und man mag es nicht glauben, während wir am Frühstückstisch saßen, verzog sich die Regenfront komplett und wir starteten um 8:10 Uhr bei blauem Himmel Richtung Stettiner Hütte – damit hatte niemand mehr gerechnet (auch nicht der Wetterbericht).
Arne hatten wir bereits bei der Tourenplanung am Abend zuvor eingeladen, sich uns anzuschließen. Alleine wollten wir ihn hier nicht losziehen lassen. Schließlich war die anstehende Johannesscharte schwieriger als die Milchseenscharte.
Wir erlebten einen traumhaften Vormittag bei glasklarem Wetter, übervollen Bächen, die wir barfuß oder wahlweise mit nassen Bergschuhen querten und genossen einfach die Sonne. Vor dem Einstieg in die Johannesscharte überholten wir noch eine rund 30köpfige Wandergruppe und konnten so zügig zur Johannesscharte hochsteigen und auf der anderen Seite wieder absteigen. Unser Ziel, die Stettiner Hütte, rückte näher – genauso wie die nächsten Regenwolken, die schon wieder aufzogen. Bis auf ein paar Tropfen und dichtem Nebel blieben wir aber diesmal verschont. Der Nebel hüllte die Stettiner Hütte so gut ein, dass wir diese erst rund 100m vor dem Ziel erkennen konnten. Es war 12:20 Uhr und wir machten erstmal Mittagspause auf der Hütte.
Eigentlich war unser Plan, nachmittags die Hohe Wilde (3.482) zu erklimmen, aber wenn wir ehrlich sind war uns bereits am Vortag allen klar, dass dies nur Wunschdenken ist. Der einsetzende Schneefall pünktlich serviert zu unserer Mittagssuppe bestätigt es endgültig. Also verbrachten wir den Nachmittag mit Brett- und Kartenspielen, mit guten Gesprächen, Tourenplanung für die nächsten Jahre und einer spontanen Yoga-Session vor der Hütte.

 
Mittwoch, 26.07.2023
Stettiner Hütte (2.875) –> Zwickauer Hütte (2.989)
über Bockberg (2.507), Hinterer Seelenkogel (3.472)

Unseren vorletzten Tourentag starteten wir um 8:15 Uhr. Über Nacht hatte es die Berge bis auf rund 2.600hm herunter angezuckert. Es schneite – wieder mal Niederschlag, aber das waren wir ja mittlerweile gewohnt. Also war die Hohe Wilde auch heute nicht möglich und wir machten uns auf den Weg zu unserer letzten Hütte – der Zwickauer Hütte. Der Weg führte uns zunächst auf einer alten Militärstraße, die im 1. Weltkrieg bis zu einer Höhe von 2.900hm gebaut wurde (verrückte Zeiten damals) 200hm bergab, bis unser Pfad zur Zwickauer Hütte abzweigte. Hier trennten sich die Wege von Arne. Er stieg ins Tal ab und wir wollten weiter zur nächsten Hütte. Wir verabschiedeten uns, nicht ohne ihm eine Mitgliedschaft im DAV Amberg nahe zu legen. Unser Weg wurde einsamer und führte uns zunächst entlang der Bergkette weiter Richtung Osten. Das Wetter meinte es heute Vormittag dann doch wieder gut mit uns. Der Schneefall hörte auf und kurz darauf kam auch die Sonne heraus – es bot sich uns ein phantastischer Blick über Richtung Süden – bis hin zu den Dolomiten und in die Brenta. Bei rund 2.220hm hatten wir den tiefsten Punkt erreicht. Ab da an ging es wieder aufwärts bis wir auf knapp 3.000hm, wieder bereits zu Mittag, die Zwickauer Hütte erreichten. Der für den Nachmittag vorgesehene hintere Seelenkogel thronte 500hm über der Hütte, war aber leider abermals aufgrund der Wetterlage nur ein Traum.
Also verbrachten wir erneut einen Nachmittag auf der Hütte. Gemütlich war es allemal. Der Wirt, der uns stark an eine jüngere Version des Reinhold Messner erinnerte, holte seine Gitarre heraus: Aus dem Tal waren Bekannte zu Besuch und es wurde gemeinsam musiziert.
Ein Spaziergang Richtung Gletscher hinter der Hütte war leider alles, was an dem Tag noch drin war. Prinzipiell gab es endlich mal keinen Schnee oder Regen. Jedoch kam am Nachmittag ein Sturm auf, der über den Grenzkamm Schnee von den Gletschern auf der Nordseite des Kamms herüber- und bis auf 2.200hm herunterwehte. Auch nicht wirklich besser als Niederschlag – eigentlich eher ungemütlicher.

 
Donnertag, 27.07.2023
Zwickauer Hütte (2.989) –> Pfelders (1.622)
über Tiroler Höhenweg, Schneidalm

Abstieg und Heimfahrt standen heute auf dem Plan. Das Wetter meinte es abschließend dann doch nochmals gut mit uns. Zwar waren die ersten 300hm vorsichtig zu bewältigen, da der Wind viele felsige Stellen ziemlich vereist hatte. Aber die Sonne schien kräftig und machte die Bedingungen zusehends besser. Wir genossen nochmals den halben Tag, stiegen über zum Teil unmarkierte und alte Pfade ab, machten eine Pause in der bewirtschafteten Schneidalm und waren so um kurz nach 12:00 wieder gesund und unfallfrei bei unseren Autos am Parkplatz, von dem aus wir dann die gemeinsame Heimreise antraten.

 
Resümee
Auch wenn bei dieser Tour das Wetter nicht optimal war, und keiner der 3 geplanten Dreitausender am Schluss in unseren Gipfelbüchern stand, so haben wir alle die Tour genossen und behalten die Tage in schöner Erinnerung. Nicht immer muss eine Tour genauso sein wie ausgeschrieben, um als Erfolg zu gelten, da waren wir 8 uns einig.

Irina, Martina, Petra, Tabea, Vroni, Georg, GeSie und Thomas

Tourenbericht: Alpinklettern im Wilden Kaiser bei Kaiserwetter Oktober 2023

29. September – 03. Oktober 2023,
JDAV Aktion Bergfreunde

Freitag, 29. September
Für einen Teil der Aktion Bergfreunde geht es über das verlängerte Wochenende in den Wilden Kaiser zum Alpinklettern. Laut Wetterbericht sollen die Bedingungen traumhaft werden. Zu dritt starten wir mit nachhaltigen Ressourcen, einem E-Auto von der Rosenapotheke, aus Amberg los. Den Vierten aus der Bande holen wir bei einem Zwischenstopp in Raubling ab und der Fünfte kam im Dunkeln nach. Dazu später mehr. Das zeitige Loskommen macht sich bemerkbar, denn bis zum Parkplatz in Going kommen wir gut durch. Da wir uns für eine Selbstversorgerhütte entschieden haben, sind unsere Rucksäcke schwerer als sonst. Das zusätzliche Gewicht hindert unser Tempo jedoch nicht, nach guten zwei Stunden erreichen wir die herrliche Ackerlhütte, die noch menschenleer ist. Da sich unser Zeitplan gut ausging, beschließen wir noch eine kurze Tour zu klettern. Als zwei Seilschaften steigen wir in das mit roter Farbe angeschriebene „Krampustanzl“ ein. Der Anfang sieht noch sehr fein und logisch aus, aber natürlich muss es anders kommen als gedacht. Zum einen ergibt sich eine organisatorische Hürde für die Gruppenstunde der verbleibenden Bergfreunde in Amberg, zum anderen wird Viki von Paul am Stand der zweiten Seillänge angerufen:
„Hey, weißt du wie die Reisepläne der Jungs aussehen?“
„Was für Reisepläne?“
„Naja, wann sie heute losfahren. Ich hab mein Anschlusszug verpasst und sitze in München fest.“
„Eh… wir hängen gerade alle an der Wand.“
„Haha, oh. Ich wusste gar nicht, dass du mit dabei bist.“
Nach kurzem Hin und Her steht fest, dass Timo runterläuft, Paul aus Kufstein holt und die beiden gemeinsam im Dunkeln aufsteigen. Ansonsten kann Paul heute nichtmehr nachkommen, und außerdem hat er unser Frühstück! Timo lässt sich die zweite Seillänge nicht entgehen und klettert diese noch, um sich dann abzuseilen. Am Wandfuß angekommen läuft er auch schon los. Niklas und Viki klettern nun auch die zweite Seillänge: Ganz schön knackig! Da es nun bereits zu dämmern beginnt, beschließen wir uns vor der dritten und letzten Seillänge abzuseilen und zur Hütte zurückzukehren. In der Dämmerung packen wir unser Material am Wandfuß ein und begegnen zwei Frauen, mit denen wir uns später die Hütte teilen werden. Diese steigen noch in eine Route ein, kommen aber auch nicht sehr viel weiter als wir. Zu dritt bereiten wir daraufhin das Abendessen zu und schließen Wetten ab, wie schnell Timo und Paul an der Hütte ankommen werden. Nach weniger als eineinhalb Stunden Aufstieg stehen die beiden Jungs verschwitzt und hungrig vor der Tür. Heute gibt es Nudeln mit Pesto, was hätte man auch anderes erwarten können? Als wir den nächsten Tag planen, fängt es an mehr zu regnen, als der Wetterbericht angezeigt hatte. Etwas bedrückt gehen wir mit unserem Plan B ins Bett.

Samstag, 30. September
Der erste Wecker des Morgens wird gekonnt ignoriert, da wir wegen des Wetters nicht besonders motiviert sind, aufzustehen. Doch irgendwann sehen wir ein, dass wir nicht mehrere Stunden Aufstieg samt vollständiger Alpinkletterausrüstung auf uns genommen haben, um dann im Bett herumzuliegen. Nach einem kurzen Blick aus dem Fenster wird klar, dass wir zwar heute vermutlich keine traumhafte Aussicht haben werden, die Wände aber überwiegend trocken sind. Bei unserem ausgewogenen Frühstück (entweder Nudeln mit Pesto vom Vortag oder Müsli mit Milchpulver) beschließen wir die Seilschaften und suchen uns unsere Touren aus. David und Niklas klettern das „Vorspiel“ am Sockel der Maukspitze, Timo und Paul entscheiden sich für die „Göttner“ am Waxensteiner Turm, nachdem sie ihnen von Viki und Niklas empfohlen wurde. Die Suche nach den Einstiegen kann sich jedoch durchaus spannend gestalten, wenn die Sichtweite zwischen 20 und 200 Metern schwankt, doch früher oder später sind beide Seilschaften auf dem richtigen Kurs. Zumindest im Vorspiel klart dann der Nebel zwischendurch auf, sodass man bis in das Tal blicken kann. Durch die Akkordeonmusik der Sektion Kitzbühel, die von der Hütte aus die Wände hochhallt, wird die Kletterei geradezu idyllisch, das Aufstehen hat sich also gelohnt. David und Niklas seilen sich nach ihrer erfolgreichen Tour wieder ab, das Vorspiel hat sich als eine passende Tour für einen trüben Tag herausgestellt. Paul und Timo müssen sich hingegen ihren Weg durch den Nebel zum Normalweg der Ackerlspitze bahnen, da dieser ihr Abstieg ist. Zurück an der Hütte erfahren wir, dass die andere Seilschaft bereits kurzfristig abgereist ist. Als wir anschließend unseren Reis zum Abendessen auf den Herd gestellt haben, klopft es an der Tür: Die Edelweißgilde möchte uns zum Essen einladen. Sie feiert vorne auf der Terrasse die Renovierung ihres Raumes und wegen des wechselhaften Wetters gibt es nun mehr Essen als Besucher. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und so gibt es Steak mit Kartoffel- und Krautsalat. Über unseren Reis freut sich eine andere Seilschaft, die noch zu später Stunde auf die Hütte kommt. Wohl genährt und zufrieden, diesen trüben Tag doch so gut genutzt zu haben, gehen wir alle ins Bett.

Sonntag, 1. Oktober
Wie auch gestern schon, klingelt uns heute Lady Gaga aus den Betten. Noch ein, zwei Mal umdrehen und wir sind alle aufgestanden. Während wir unser Frühstück vorbereiten, klassisch Müsli mit Milchpulver, offenbart uns David, dass er das eigentlich gar nicht mag und es das letzte Jahr nur aus Mangel einer besseren Alternative gegessen hat. Diesmal gibt es dann aber sogar ein paar Scheiben Brot. Eine Stunde nach dem Aufstehen satteln wir unsere Rucksäcke und machen uns auf den Weg unsere Einstiege zu suchen. Der aufgezogene Nebel, der über uns in den Wänden hängt, macht das wieder zu einem echten Abenteuer. Doch bevor wir so weit kommen, merkt David, dass er seinen Helm auf der Hütte vergessen hat und läuft eine Extrarunde. Viki und Paul ziehen währenddessen weiter in Richtung der östlichen Hochgrubachspitze, an der sie heute die „Riegelekante“ klettern wollen. Timo und Niklas warten kurz auf David und laufen dann weiter zu ihrem Einstieg in die „Wie a Klassiker“. Auf den letzten Metern vor der Wand erschwert der Nebel dann die Orientierung und es dauert kurz bis die Dreierseilschaft den Einstieg findet. Danach geht es für sie schnell voran. Niklas steigt vor und die beiden Nachsteiger machen gut Tempo, bei 16 Seillängen auch gut so. Als Viki und Paul die anderen in der ersten Seillänge sehen, ist für die beiden der Zustieg noch lange nicht vorbei. Es geht erst über einen noch markierten Wanderweg immer weiter hoch, bis deutliche Steigspuren zu erkennen sein sollten. Wo das aber sein soll, ist in dem Moment nicht ganz klar, auch dank dem Nebel, der die Sicht immer weiter erschwert. Deshalb geht es an der richtigen Abzweigung erstmal auf dem Wanderweg weiter, bevor sie wieder umdrehen und sich doch in das weglose Gelände wagen. In den nächsten zwei Stunden wird mehrfach am Weg, dem Wetter, der Tour gezweifelt. Die Sicht ist die meiste Zeit so begrenzt, dass selbst ein paar Meter unter dem Einstieg noch einmal überlegt wird, umzukehren. Beim ersten Klebehaken kommt dann aber die Zuversicht zurück und die Kletterei kann endlich starten. Ab da läuft es deutlich besser und Paul und Viki genießen den Fels. Nach den ersten Seillängen klart es dann endlich auf und wir können alle die Sonne und die Aussicht genießen. Kurz vor dem Ausstieg können Viki und Paul überraschenderweise die anderen drei unter sich sehen. Ohne dass wir es wissen, enden die beiden Touren fast an derselben Stelle. Ab da geben Timo und David im Nachstieg noch mehr Gas, um mit der Zweierseilschaft gleichzeitig oben anzukommen. Letztendlich sind die drei dann schon am Ende ihrer Tour, während Viki und Paul noch einige Meter Gratkletterei von ihrem Vorgipfel zu den anderen überwinden müssen. Da Paul heute noch zurück nach München muss und die Busse nicht ewig fahren, entscheiden sich Timo und er nicht lange zu trödeln, sondern zügig über die Ackerlspitze abzusteigen. An der Hütte genießen die beiden die letzten Sonnenstrahlen, bevor Paul weiter in das Tal läuft und ohne weitere Probleme mit Bus und Bahn nach Hause fährt. Niklas, David und Viki schonen ihre Knie und steigen gemütlicher über die westliche Hochgrubachspitze ab. Auf der Hütte wiedervereinigt gibt es noch Nudeln mit Pesto, bevor es ins Bett geht. Insgesamt war es ein erfolgreicher Tag mit einer überwiegend schönen Tour mit anspruchsvollem Einstieg und einer langen Tour, dafür mit kürzerem Einstieg.

Montag, 2. Oktober
An diesem letzten Morgen ist unser Frühstück ausführlicher als an den vergangenen Tagen, da wir nur noch zu viert sind und nicht allzu gerne unser Müsli mit Milchpulver wieder in das Tal tragen würden. Gemeinsam können wir anschließend bis zum Rucksackdepot unterhalb der Wand aufsteigen. Geführt von Viki finden wir auch den Zustieg durch das wegefreie Gelände und erreichen nach eineinhalb Stunden den Wandfuß, wo wir uns vorerst trennen. Während Niklas und Timo nach wenigen Metern und ewigem Suchen ihren Einstieg erreichen, geht es für David und Viki noch weiter. Nachdem auch die beiden meinen, den Einstieg ihrer Route gefunden zu haben, starten sie in die „Südostkante“. Ihnen bietet sich eine schöne Kletterei über Platten und schließlich am Grad entlang mit herausfordernder Routenfindung bis auf die Hochgrubachspitze. Zeitgleich steigen Niklas und Timo nur einige Meter westlich von ihnen in die „Neue Südwand“ ein. Auch hier findet die Seilschaft eine traumhafte Kletterei, bei der sich Risse und schöne Wandkletterei abwechseln. Am Gipfel treffen die beiden auf Viki und David, die bereits erfolgreich aus ihrer Route ausgestiegen sind. Nach einem Eintrag in beide Gipfelbücher treten wir gemeinsam über das Rucksackdepot den Abstieg zur Hütte an. Dort angekommen genießen wir die letzten Sonnenstrahlen des Tages und kochen anschließend. Nach einem gemütlichen Abend geht es ins Bett.

Dienstag, 3. Oktober
Da heute lediglich der Abstieg auf dem Tagesprogramm steht, können wir alle ausschlafen und mit einem gemütlichen Frühstück in den Tag starten. Im Anschluss daran sorgen wir zusammen dafür, dass die Hütte wieder so blitzblank ist, wie wir sie vor vier Tagen vorgefunden haben. Über das schöne Wetter lässt es sich heute genauso wenig wie über die nun deutlich leichteren Rucksäcke beklagen – dafür aber über das Schneckentempo, in dem wir vom Parkplatz in Going nach Raubling unterwegs sind. Der viele Verkehr zerrt dabei besonders an den Nerven unseres Fahrers, der gerade eigentlich in einem Teams-Meeting sein sollte, und nicht hinter dem Steuer. Einmal in Raubling angekommen ist die Anspannung jedoch noch lange nicht vorbei, da der Schlüssel zur Garage auf dem Weg vom Auto in das Haus offenbar verschwunden ist. Ist dieser dann auf einmal wieder aufgetaucht (er ist im Abfall gelandet, zusammen mit dem restlichen Müll aus der Mittelkonsole), kann Timo seine Rucksäcke umpacken, während sich Viki, Niklas und David erst auf die Suche nach einer Ladesäule, und dann nach einem Eis machen. Vollbeladen und -getankt geht es dann für uns erstmal nach München, um Paul seine restlichen Rucksäcke vorbeizubringen. Die Suche nach einem Parkplatz gestaltet sich jedoch sehr interessant, da es der letzte Abend des Oktoberfestes ist, und sich Pauls Wohnung in etwa drei Straßen von der Wiesn entfernt befindet. Nachdem wir gemeinsam Pizza bei ihm gegessen haben und Niklas sein Besteck an den undenkbarsten Orten seiner Wohnung versteckt hat, steht für Timo, Viki, Niklas und David nur noch die Heimreise auf dem Programm. Der Akkustand bereitet zwischendurch der ein oder anderen Mitfahrerin Sorgen, doch wir rollen gezielt mit dem letzten Tröpfchen Strom in die Einfahrt.

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Ein neues Kreuz für den Lausbichl

Nur wenige Meter erhebt er sich aus dem Sulztal: Der Lausbichl ist zwar nicht besonders hoch, aber dennoch als Gipfel auf Wanderkarten eingezeichnet, auch ein Kreuz gab es dort früher schon. Die Jugend der Sektion stellte auf der Sektionsfahrt das Kreuz wieder auf.
Der Gipfel liegt unweit der Amberger Hütte – was auch der Grund für das Wiederaufstellen war. „Die meisten Gipfel um die Hütte herum sind für Familien mit kleinen Kindern nicht so gut zu erreichen – beim Lausbichl ist das anders. So können auch Kinder ihre ersten Gipfelerfahrungen machen, stilecht mit Gipfelkreuz auf 2.162 Metern“, berichtet Michael Graf. Das 15-jährige Mitglied des Jugendausschusses hatte die Aktion initiiert und das Kreuz mit Hilfe des befreundeten Zimmerers Georg Piehler gebaut, der auch Mitglied der Alpenvereins-Sektion ist. „Auch Nachhaltigkeit war uns wichtig, deswegen haben wir für den Bau nur übrig gebliebenes Restholz verwendet“, so Michael. Jugendreferentin Viktoria Zock fügt hinzu: „Junge Menschen verantwortungsbewusst an Bergsport heranführen – genau dafür setzen wir uns ein.“
Das Kreuz wurde gemeinsam zum Lausbichl getragen und aufgestellt. Im nächsten Jahr soll noch ein Gipfelbuch-Kasten und eine Plakette mit Höhenangabe folgen.

Wanderreise der Seniorengruppe mit Kultur im Böhmerwald vom 05. bis 09. Juli 2023

Zum Programm der Senioren gehört auch jedes Jahr eine Woche in den
Bergen. Da wir dieses Jahr Probleme mit der Organisation eines Berg-
urlaubs hatten, nahmen 10 aus unseren Reihen an einer Wanderreise
des Bayerischen Waldvereins teil. Die 5-tägige Reise stand unter dem
Motto Natur und Kultur im Böhmerwald und wurde organisiert von
Christoph-Reisen aus Furth im Wald.
Los gings am Mittwoch, den 5. Juli. Mit dem Bus fuhren wir über Furth
im Wald, Domazlice, Klatovy nach Budweis ( Ceske Budejovice ). In
Klattau ( Klatovy ) war Gelegenheit für einen Stadtrundgang. Einen
weiteren Stopp gab es beim Schloss Frauenberg ( Hluboka ) Dies ist
wirklich ein touristisches Highlight, durchaus vergleichbar mit unseren
bayerischen Königsschlössern. Im Hotel Vita, in Budweis, waren wir
gut untergebracht und versorgt, wobei die böhmische Küche nicht bei
allen Anklang fand.
Am Donnerstag war dann Wandern angesagt. Der Böhmerwald rund
um den 1362 m hohen Berg Kubani ( Boubin ) ist das bekannteste
Naturschutzgebiet von Tschechien. Vom Parkplatz Pod Boubinem Park
führt, erst eine Forststraße, dann ein Pfad zu einem kleinen Stausee.
Von dort wollten wir auf den Kubani gehen. Aber der Weg war wegen
Baumarbeiten gesperrt. Unsere Enttäuschung war groß. Doch unser
Wanderführer fand als Ausweichtour eine Wanderung durch ein Nieder-
moor zwischen den Orten Lenora und Wallern ( Volary ). Die etwa 6 km
lange Strecke war größtenteils ohne Wald und an dem sehr heißen
Tag doch anstrengend.
Am Freitag brachte uns der Bus nach Kienberg ( Loucovice ) am Moldau
Stausee. Von Lippen ( Lipno ) aus wanderten wir nach Hohenfurth
( Vyssi Brod ). Es war ein romantischer Weg, an Felswänden entlang,
immer mit Blick auf die Moldau, mit den mächtigen Granitblöcken im
Flussbett. Nach einer Einkehr in Hohenfurth konnten wir das dortige
Kloster besichtigen. Es ist das einzige noch von Mönchen bewohnte
Kloster Tschechiens.
Am Samstag gab es keine Wanderung. Wir fuhren zur berühmten Stadt
Krumau ( Cesky Krumlov ). Die Stadt, ein UNESCO Weltkulturerbe, ist
eine der schönsten in ganz Tschechien. In einer 3-stündigen Führung
lernten wir die vielen Sehenswürdigkeiten kennen. Nach dem Mittag-
essen konnten wir die Stadt noch selbst erkunden. Auch ohne eine
Wanderung war es ein anstrengender Tag.
Am Sonntag war bereits der Tag unserer Heimreise. Wir wählten aber
nicht den direkten Weg. Wir besuchten noch das Hochmoor Jezerni Slat.
Dann brachte uns der Bus nach Innergefild ( Horske Kvilda ). Von da
wanderten wir am Bergfluss Vydra entlang zur Vinzenzsäge. Dort stand
unser Bus und brachte uns wieder über Furth im Wald nach Amberg.
Es war eine Reise mit vielen schönen Erlebnissen.

Tourenbericht: Alpinklettern im Oberreintal Juni 2023

08. – 11. Juni 2023,
JDAV Aktion Bergfreunde

Irgendwie fällt einem das frühe Aufstehen nicht so schwer, wenn man weiß, dass es für eine Bergtour ist. Auch um 4 Uhr in der Früh, wenn nicht mal ein hoher Gipfel wartet. Stattdessen wollen wir um 5 Uhr den Zug erwischen, der uns mit unseren Fahrrädern nach Garmisch-Partenkirchen bringen soll. Doch bereits in Nürnberg ereilen uns erste Verzögerungen, der Zug nach München fällt aus. Also gut…zum Glück gibt es einen früheren Zug, in den wir noch einsteigen können. Jetzt fahren wir zwar über Augsburg und brauchen so eine Dreiviertelstunde länger, aber es hätte auch schlimmer kommen können. So sind wir schließlich kurz vor Mittag in Garmisch und können direkt vom Bahnhof losradeln. Am Fuße der Hornschlittenrennbahn, welche unser erster Streckenabschnitt sein wird, gibt es noch eine kleine Stärkung, um ein wenig Gewicht aus dem Rucksack nach vorne in den Magen zu verlagern. Das ist auch bitter nötig, denn schon auf den ersten Metern zeigt sich, dass man mit 20 Kilo auf dem Rücken bei dieser Steigung Probleme bekommt, das Vorderrad auf dem Boden zu halten. Bei diesen Anstrengungen stört auch ein bisschen Regen nicht. An der Laubhütte machen wir nochmal gemütlich Pause bevor wir das letzte Stück zum Fahrraddepot durch die Patnachklamm fahren. Dort gibt es eine zweite Stärkung vor dem letzten Anstieg. Hier geht auch schließlich unser Plan auf, uns von der Sektion Schwabach einholen zu lassen, um unser Gepäck ein wenig fairer aufzuteilen. Schließlich tragen David, Quirin und Niklas auch die Seile, Exen und einen Großteil des Essens für Paul und Savan, die erst abends nachkommen. Mit abgespecktem Rucksack lässt sich der restliche Weg auch noch bezwingen. Und so sind wir am Nachmittag im gerade nassen Oberreintal. Immerhin kann man sich hier schonmal einen Überblick verschaffen, was wir die nächsten Tage angreifen können. Bis auf den Oberreintaldom und die Schüsselkarspitz-Nordwand sind alle Wände trocken, schneefrei und kletterbar. Wir entscheiden uns für morgen an die Westwand des Oberreintalturms zu gehen mit den Zundernköpfen als Ausweichmöglichkeit, falls die Wand noch nicht trocken ist. Nach einem ausgiebigen Abendessen (Reis mit Bohnen) kommen um kurz nach 8 auch Paul und Savan an der Hütte an. Sie haben den Aufstieg in knapp der halben Zeit von uns geschafft, was vermutlich auf die halb so schweren Rucksäcke zurückzuführen ist. Der Abend findet ein schnelles Ende, da sich alle auf die bevorstehenden Klettertage freuen. Im Lager gibt es noch kurze Territorialkämpfe, die einem Angst vor den nächsten Nächten machen, in denen wir noch einer mehr sein werden.

Am nächsten Morgen starten wir zügig nach einem kurzen Frühstück in Richtung Oberreintalturm. Doch die Wand ist wie befürchtet noch sehr nass, weshalb wir an den mittleren Zundernkopf ausweichen, wo wir uns die Nebelreißen ausgesucht haben. Den Anfang machen David und Paul. Die ersten drei Seillängen führen durch brüchigen Fels und erfordern einiges an Routenfindungskünsten. Doch all das ist kein Problem für uns. Ab der dritten Seillänge übernimmt Niklas die Seilschaftsführung. Die Route hat hier eine Platten-Abkletterstelle die klettertechnisch äußerst lohnend ist. Danach befindet sich der Stand auf einem schmalen Felsköpfchen. Von hier hat man einen perfekten Ausblick auf die Schlüsselstelle der Route: Eine magere Verschneidung, welche in einen Quergang in eine große überhängende Schuppe mündet. Dieses Stück ist wie auch die restliche Route gut abgesichert, allerdings sind die Hakenabstände für eine technische Begehung nicht geeignet. Auf die Schuppe folgt ein Kamin, doch als die Felsqualität hier oben wieder schlechter wird und die Routenführung sich als äußerst schwierig erweist, beschließt Niklas den Rückzug anzutreten, um noch Zeit für eine weitere, hoffentlich lohnendere Tour zu schaffen. Nach 2-4 Mal Abseilen sind wir wieder bei unseren Rucksäcken und können pünktlich ein gutes Mittagessen genießen. Weil der Oberreintalturm immer noch nass ist steigen wir in eine weitere Route am mittleren Zundernkopf ein. Sie trägt den vielversprechenden Namen „Mehr Glück als Verstand“. Da die Route sehr neu ist haben wir lediglich ein Wandbild und die Bewertung der Schlüsselstelle. Doch das ist kein Problem, der Einstieg ist schnell gefunden und so machen sich Quirin, Paul und Savan abwechselnd ans Vorsteigen. Es geht wieder durch brüchigen Fels, diesmal aber mit einer klar ersichtlichen Linie. Die letzte Seillänge darf Niklas nochmal vorsteigen, sie führt in einem weiten Bogen über einen schönen Felsgrat zu einem kleinen Vorgipfel. Von hier aus können wir uns gleich wieder abseilen, ohne Paul und Savan unter uns zu stören. So sind wir schnell wieder am Boden, können unser Material zusammenpacken und die Rucksäcke der anderen beiden zurechtlegen. Ein paar Nachrichten und ein kurzes Telefonat mit der JuMa Schwabach verraten uns, das wir vergleichsweiße noch sehr gut in der Zeit sind. Also gehen wir gemütlich zurück zur Hütte, wo bereits ein Nachzügler auf uns wartet. Gemeinsam mit ihm schauen wir der Sektion Schwabach auf den letzten Metern ihres Abstieges zu. Nach diesem sehr ausgedehnten Klettertag kommt einem das Essen gerade recht. Die Hüttenwirtin Anja macht große Augen, als wir ihr erzählen, welche Routen wir heute geklettert sind und berät uns, welche Routen am Oberreintalturm besonders lohnend sein sollen. Auch heute muss man sich wieder erst Platz schaffen, bevor man sich hinlegen kann.

Das zweite Frühstück und den Aufbruch gehen wir etwas gemütlicher an. Schließlich müssen wir auch nur 5 Minuten zu unserem Einstieg an der Nordwestwand des Oberreintalturms laufen. Niklas erklärt sich bereit den Rucksack beim Klettern zu nehmen, während Quirin und David die „Nordwestpassage“ vorsteigen. Der Einstieg ist schnell gefunden und es folgt eine Tour durch traumhaft festen Fels entlang messerscharfen Wasserrinnen. Paul und Savan haben hingegen Schwierigkeiten den Einstieg von „Knall auf Fall“ zu finden. Sie kämpfen sich durch verschiedene Routen („Schmankerl“, „Tatort“, „Treppenhaus“ und „Whisky on the Rocks“ um nur ein paar zu nennen) bis sie schließlich am Ausstieg ankommen. Quirin, David und Niklas sind unterdessen schon wieder am Wandfuß und genießen ihr Mittagessen. Weil das Wetter sehr unbeständig aussieht, entscheiden wir uns die zweite Tour des Tages abzublasen. Als die Schwabacher aus der Abseilpiste neben der „Fahrradelkante“ herauskommen beginnt es zu regnen und wir gehen gemeinsam zur Hütte, Paul und Savan sind bereits beim Abseilen. Wie sich zeigt keine Sekunde zu früh, denn als wir an der Hütte sind bricht der Himmel über uns herein und wir können ein weiteres Mal die zahllosen Wasserfälle bewundern, die sich hier bei jedem Regen aus den Sturzbächen in den Oberreintalgrund ergießen. Als es den restlichen Abend durchregnet beschließen wir, dass uns die Zeit morgen nicht mehr zum Klettern reichen wird, da wir noch nach Hause fahren müssen. Und so wird nach dem Abendessen fleißig begonnen die Glocke über dem Stammtisch zu läuten und in den Geburtstag zweier Schwabacher hineinzufeiern. Zu sehr später Stunde gesellt sich auch die JuMa Füssen zu uns.

Am nächsten Morgen lässt Anja alle zum Glück ein wenig länger schlafen. Und so bleibt uns nach dem Frühstück nur die Rucksäcke zu packen und den Abstieg anzutreten. Die Fahrräder stehen alle frisch vom Regen gewaschen bereit und so rollen wir wieder Richtung Garmisch. Nach einer etwas zeitintensiven Reifenflickaktion geht es dann schließlich auch an die Hornschlittenbahn. Hier kann man als Letzter den Geruch von zahllosen warm gewordenen Fahrradbremsen riechen, aber insgesamt sind wir alle wieder gut unten angekommen. Also ab zum Bahnhof, noch schnell ein paar Fahrradtickets kaufen und mit dem Schaffner diskutieren, ob wir nicht doch noch in den Zug passen. Letzten Endes ist immer noch irgendwo Platz, was sich vor allem im Zug von München nach Nürnberg zeigt. Und so sind wir um etwa 18 Uhr in Amberg am Bahnhof, wo Viki bereits auf uns wartet.

Zeitgleich mit uns waren noch eine andere Gruppe im Oberreintal

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