Tourenbericht: jdav-Wanderwochenende Spitzingsee

10. – 12. September 2021
JDAV Aktion Bergfreunde – Sektion Amberg

Ab in die Berge: Am Freitag, kurz vor zwei an der Kletterhalle in Amberg ist der Treffpunkt unserer ersten Tour in neuer Gruppenkonstellation – aus zwei Gruppen war eine geworden.

Erstaunlicherweise ist Paul pünktlich da. Ein paar aus der Gruppe erledigten letzte Erledigungen im Diska und bei der Bank, dann geht es los. Exakt um 14 Uhr brechen wir mit drei Autos auf und machen uns auf besprochener Route auf in Richtung Süden.
Zur Unterhaltung teilt jedes Auto seinen Livestandort mit – anfangs liegt Vikis Auto vorne, doch es dauert nicht lange bis sie alle überholen. Im Laufe der Fahrt fällt auf das ein Auto die besprochene Route verlassen hat und über eine eigentlich gesperrte Route fährt. Eine abenteuerliche Strecke, wie sich im Nachhinein herausstellt. Gegen späten Nachmittag erreichen wir dann unsere Unterkunft, das DAV-Haus Spitzingsee.
Am Abend soll es regnerisch sein, aber da das Wetter noch hält, machen wir uns auf, um unsere Beine zu vertreten. Wir umrunden den Spitzingsee und unsere zwei Fotografen (Paul und Bene) schießen genügend Landschaftsbilder, weshalb die beiden hin und wieder auf der Strecke bleiben. Aber auch unser erstes Gruppenbild wird geschossen.
Die Mädels sind die ganze Zeit an der Spitze und führen die Truppe mit einem zügigen Tempo an – vielleicht wird aus dem Wander- doch ein Trail-Running-Wochenende?
Nach gut der Hälfte machen wir einen Halt am Spielplatz und betrachten beim begeisterten Schaukeln und Wippen unsere geplanten Gipfel (Brecherspitz, Jägerkamp, Aiplspitz & Taubenstein) für die nächsten Tage. Nach einem Spaziergang am See darf natürlich eines nicht fehlen: Eine Erfrischung im selbigen! Einige Mutige der Gruppe stellen beim Baden fest, dass das Wasser doch recht kalt ist.
Wieder in der Unterkunft angekommen wird es Zeit für das Abendessen. Kathi und Viki haben schon beim Spaziergang ihren Hunger gespürt. So kochen wir endlich gemeinsam, wie es am Essenplan steht, Tomate-Mozzarella-Risotto. Während des Kochens kommt zwischen Bene und Viki eine wilde Diskussion über den kulinarischen Nutzen von Zwiebel und Petersilie auf, welche bis heute nicht endgültig beendet ist.
Zwischendurch klären die Jugendleiterinnen (Lisa und Viki) alles mit der Unterkunft. Bei der Nachfrage des Gruppennamens fällt auf, dass wir noch keinen neuen gemeinsamen haben.
(Aktueller Stand: Aktion Bergauf; Bergkitze)
Nach dem Essen studieren wir den Wetterbericht, der für Samstag leider Regen voraussagt und passen unsere geplanten Touren an. Der Plan für die Touren steht also und wir widmen uns dem erneut der Suche nach einem Gruppennamen. Wir sammeln diverse Vorschläge für einen neuen – hierzu später mehr. Zum Ausklingen des Abends folgen lustige und aggressive Runden Uno Flip, in denen 15 Karten ziehen eher die Normalität ist. Um unsere Nerven zu beruhigen, spielen wir noch ein paar Runden 6nimmt, bevor wir alle ins Bett gehen.

Am nächsten Morgen klingelt für Kathi, Franzi, Paul und Paul schon vor sieben Uhr der Wecker. Nachdem die Vier einmal in den See springen, ist auch der Rest aus den Betten gekrochen und es gibt Frühstück.
Fertig gepackt geht es, bei noch verhangenem Himmel, auf zur ersten Tour. Ziel-Gipfel ist die Brecherspitz auf 1683m. (Das DAV-Haus liegt auf 1124m)
Schon in der ersten Stunde legen wir auf einem steilen Stück viele Höhenmeter zurück. Franzi hat eine erstaunliche Kondition und legt ein anspruchsvolles Tempo vor. Die Gruppe teilte sich ca. in der Hälfte, da einige ein anderes Tempo bevorzugen. Wir bleiben in Sichtweise und an einer kleinen Kletterpassage sind wir dann wieder vereint.
Nach knapp zwei Stunden erreichen wir die Brecherspitz und machen unser nächstes Gruppenbild. Während Paul den Selbstauslöser einstellt, verewigt Bene uns im Gipfelbuch: Franzi fragt sich, was die „Puffdinger am Himmel“ sind (Wolken?!) und es gibt erste Schleichwerbung für den Instagram-Account (@jdav_amberg).
Auf der anderen Seite des Gipfels steigen wir wieder ab, machen eine Pause am Panorama-Klo, erwerben erste Weghalbe und schauen Kühen zu, wie sie für den Almabtrieb geschmückt werden.
Die gerade erst abgestiegenen 300 Höhenmeter gilt es jetzt über eine etwas alpinere Passage wieder aufzusteigen und wieder glänzt Franzi mit ihrem uneinholbaren Tempo. Tatsächlich fängt es leicht an zu nieseln, auch kalter Wind wartet auf uns.
Nach einem nur noch windigen Mittagessen bei einer Kapelle auf dem Grat (Bene und Viki hatten leider ihr restliches Risotto vom Vorabend vergessen) steigen wir in einer guten Stunde bei nun erfreulichem Sonnenschein zur Hütte ab, die wir gegen Nachmittag erreichen.
Frisch geduscht spielen wir ein paar Runden Uno und wagen uns an die Gruppennamen-Diskussion, die wir vertagen und verabschieden uns von Franzi, die am Sonntag wieder in Amberg sein muss.
Um das Wetter, welches sich ja doch zum Guten entpuppte, zu nutzen, geht es ohne Lisa die migränebedingt zurückbleibt, nochmal an den See, um Tretboot zu fahren. Der Verleih ist leider geschlossen. Zum Trost gönnen wir uns dafür wieder einen Halt am Spielplatz und teilen uns bei den letzten Sonnenstrahlen Pommes mit Blick auf den See.
Wieder zurück am DAV-Haus entscheiden wir uns, nur das Risotto von gestern aufzuwärmen, also werden die Käsespätzle vom Essenplan gestrichen. Nach dem Essen spielen wir natürlich wieder Uno, merken aber dass wir doch geschafft vom Tag sind und gehen etwas früher als gestern ins Bett.
(Das Wander-Uno Verhältnis steht jetzt schon 2:3)

Am nächsten Morgen stehen wie wieder um sieben Uhr auf, aber diesmal bei bestem Bergwetter – trotzdem finden sich heute keine Morgenschwimmer.
Bei unserer heutigen längeren Tour wollen wir drei Gipfel besteigen: Zum Jägerkamp (1746m) über die Aiplspitz (1759m) und zum Schluss den Taubenstein (1692m).
Diese Tour beginnen wir auf der anderen Seite des Sees, diesmal zunächst mit entspannten Serpentinen, über die uns Viki mit einem geschmeidigen Tempo führt.
Nach rund zwei Stunden und einem kurzen Stopp auf einer Alm, an der uns neben einem Hund auch ein Alpaka und ein sehr anhängliches Schwein (Lotte) begrüßt, erreichen wir den Jägerkamp mit Blick auf unser nächstes schönes Ziel. Der beeindruckende Bergkessel liegt hinter uns und jetzt haben wir nicht nur unser nächstes Ziel im Blick, sondern eine Gipfelkette mit wunderbaren Blick Richtung München und Österreich, die wir auf uns wirken lassen.
Nach einem Gipfelfoto geht es dann auf zur Aiplspitz, die ein Stück höher liegt. Erst im Nachhinein haben wir beim Studieren der Karte festgestellt, dass wir offenbar noch einen Gipfel auf dem Weg mitgenommen haben. (Aktuelles Update: Gipfel 2/3 3/4)
Der Weg zum nächsten uns bekannten Gipfel führt über einen Grat mit etwas anspruchsvolleren Kletterpassagen, die wir aber als Frankenjura-erprobte Kletterer alle gut meistern. Gegen halb zwölf machen wir dann auf der Aiplspitz unsere Mittagspause und genießten in vollen Zügen die Landschaft um uns herum, machen das obligatorische Foto und lassen uns von Bene wieder im Gipfelbuch verewigen.
Wieder entgegen des Wetterberichts bemerken wir dann dunklere Wolken, die die Sonne verschluckt und beginnen deswegen den Abstieg. Selbiger gestaltet sich auch ohne Regen recht rutschig und zwischendurch haben wir auch kurz Schwierigkeiten den Weg zu finden.
Gemeinsam mit zwei ebenfalls suchenden Wandrerinnen meistern wir aber auch dieses Problem und gehen zur Abwechslung durch matschiges Gelände weiter in Richtung Taubenstein.
Nach dem wir von der Bergstation der Seilbahn aus mit dem Taubenstein in 20 Minuten unseren nächsten Gipfel erklommen haben (Gipfel 4/4), entscheiden wir uns voller Motivation, noch einen letzten Berg zu besteigen. Der Rauhkopf stellt mit seinen 1692 Metern für uns keine Herausforderung mehr dar und ein kleiner Teil der Gruppe beschließt sogar, den letzten Gipfel rennend zu erreichen. (Gipfel 5/4)
Auf dem Gipfel stellen wir (natürlich nach – einem Foto; Bene möchte aber im 21. Jahrhundert ankommen und beharrt auf ein Selfie) fest, dass der kleine Abstecher sogar gut zu unserer Route passt und steigen dann direkt von dort zur Schönfelder Hütte ab, wo wir einkehren.
Gut gestärkt steigen wir das letzte Mal ab, und obwohl wir zunächst fast nicht an Höhe verlieren, erreichen wir zügig den Spitzingsattel. Von dort holen Paul und Viki die Autos, der Rest geht direkt zur Unterkunft.
Jetzt könnte man meinen, unsere Tour wäre hier vorbei gewesen. Nein, noch wartet die Heimfahrt auf uns, die wir den Lesern nicht vorenthalten wollen.
Zunächst werden die Autos gepackt, heute in strikter Geschlechtertrennung. Es werden wieder Live-Standorte ausgetauscht, dann ruft Bene zweimal Viki an („Äääh ich wollte eigentlich meine Mutter anrufen“ und „Lasst mal gemeinsam im Stau stehen ist bestimmt witzig, wir treffen uns nach dem Tanken“).
Nachdem Paul getankt hat und wir alle in Schliersee im Stau standen, finden sich die Autos dann auf der Autobahn aber doch nicht. Zumindest nicht, bis sich der Stau aufgelöst hatte – dann wurde das Auto von Viki plötzlich von Paul überholt, während Bene bei geöffnetem Dachfenster und schallend lauter „Fluch der Karibik“-Musik, gut seinen Hut festhaltend aus dem Dachfenster schaut.
Für Verwirrung sorgt dann kurz vor Regensburg ein Fahrerwechsel der Jungs – plötzlich wird Viki ein zweites Mal an diesem Tag überholt.
Kurz vor neun Uhr erreichen wir dann schließlich die Halle und beenden, nachdem wir unsere restlichen Vorräte verteilt haben, unsere erste gemeinsame tolle Tour. Auf viele neue Abenteuer!

Nachtrag: Rund eine Woche später wurde dann in bester demokratischer Manier durch eine Doodle Umfrage die Suche nach dem Gruppennamen geklärt: Herzlich Willkommen bei der „Aktion Bergfreunde“!

Helferwanderung 2021

Am Samstag, 23. Oktober fand die diesjährige traditionelle Helferwanderung statt.
Danke an alle Helfer für die geleistete Arbeit in 2020 und 2021!

Diesmal ging es vom Wanderparkplatz Hammermühle einmal quer über den Johannisberg nach Freudenberg. Das Wetter meinte es dieses Jahr gut mit uns und verwöhnt uns unverhofft mit einige Sonnenstrahlen, die das herbstliche Laub in seiner vollen Farbenpraht leuchten ließ. Über verschiedenste Steige ging es vorbei am Heimatkino hinauf zum Hirmerberg, mit 652m der höchte Punkt am Johannisberg. Beim Abstieg durfte dann natürlich die Johannisbergkirche nicht fehlen, auch wenn bereits langsam das Mittagessen auf uns wartete. Dieses wartete im Landgasthof Dotzler in Freudenberg auf uns.

Tourenbericht: Wanderwoche im Kleinwalsertal

28. August – 4. September 2021
Seniorengruppe DAV Amberg

Nach alter Tradition verbrachten auch dieses Jahr die Senioren wieder eine Woche in den Bergen. Günter und Herbert organisierten die Reise und buchten ein Hotel im Wäldele, nahe bei Rietzlern, im Kleinwalsertal.

Am Samstag, den 28.8., reisten die 17 Teilnehmer/innen an. Bei der Anreise hat es schon geregnet und die Vorhersage für die nächsten Tage war nicht besser. Aber bei den vielen Tourenvorschlägen von Walter waren auch Wege dabei, die gut mit Schirm zu gehen waren.

So wanderten wir am Sonntag, vom Hotel weg, an der Auenhütte vorbei, zur Alm Melköde. Da dort, in der kleinen Gaststube, nur ein paar von uns Platz fanden, machten sich die anderen gleich wieder auf dem Heimweg und kehrten in der Auenhütte ein. Am frühen Nachmittag waren bereits alle wieder im Hotel. Dort konnte man das Schwimmbad ausprobieren. Für Leseratten gab es eine umfangreiche Bibliothek.

Am Montag immer noch Regen. Wir machten uns auf den Weg, am Schwarzwasserbach entlang, zum Mahdtalhaus. Das ist eine DAV Hütte, die aber an diesem Tag nur für Übernachtungsgäste geöffnet war. Es bildeten sich zwei Gruppen. Die einen gingen gleich zurück zum Hotel. Die anderen wanderten weiter nach Rietzlern und fuhren von dort mit dem Bus zum Hotel.

Am Dienstag besserte sich das Wetter, aber es war noch unbeständig. Also nochmal eine kleine Tour. Von Mittelberg ging es mit dem Zaferalift hinauf zu einem Höhenweg. Auf diesem wanderten wir, vorbei am Schöntalhof, zur Auenhütte. Da wir eine Dauerkarte für alle Seilbahnen hatten, fuhren wir mit der Ifenbahn rauf zur Ifenhütte, wo wir einkehrten. Anschließend nahmen wir wieder die Bahn nach unten und von dort war es nicht mehr weit zum Hotel.

Am Mittwoch dann, endlich blauer Himmel. Wir fuhren mit der Seilbahn auf das Walmedingerhorn. Die 50 Höhenmeter zum Gipfelkreuz schafften alle. Nach dem obligatorischen Gipfelfoto wanderten wir über die Ochsenhofer Scharte zur Schwarzwasserhütte. 5 ganz Mutige nahmen dabei den Weg über die Ochsenhofer Köpfe. Da die Schwarzwasserhütte sehr voll war, gingen wir weiter zur Melköde Alm, wo wir einkehrten. Den Weiterweg zum Hotel kannten wir schon von unserem Montagsausflug.

Am Donnerstag ging es mit der Seilbahn auf die Kanzelwand. Nach dem Gipfelbesuch folgte eine Wanderung zur Fellhornbahn Mittelstation. Hier war Gelegenheit zu einer Brotzeit. Dann fuhren wir zur Bergstation. Von dort stiegen wir auf den Fellhorngipfel, der uns einen herrlichen Ausblick auf die Allgäuer Alpen bot. Wir genossen den Blick auf so bekannte Gipfel wie die Trettachsitze, die Mädelegabel und das Hohe Licht. Der Rückweg zur Kanzelwandbahn war anstrengender als gedacht. Aber ein Schnaps von Herbert gab uns neue Kräfte.

Am Freitag bildeten sich wieder verschiedene Gruppen, denn die Besteigung des Hohen Ifens wollten sich nicht alle antun. Aber Margarete, Alfons, Walter, Franz und ich nahmen die Herausforderung an und erreichten auch den Gipfel. Dafür belohnte uns diesmal Franz mit einem Schnaps.

Mit dieser letzten Tour ging unsere Wanderwoche zu Ende. Am Samstag fuhren wir zurück nach Amberg.

Tourenbericht: Hochtour in den Berner Alpen

08. August – 12. August 2021
JDAV Sektion Amberg

Regen, Schnee, kalt, Hagel, wieder Schnee. Keine guten Aussichten, die fast das ganze Jahr auf Hochtourengeher in der Schweiz warten. Fast trügerisch gut wirkt es, als wir am Sonntag aufbrechen und laut Wetterbericht eine Woche Sonne auf uns warten soll.

Die Vorbereitung und Tourenplanung, die vor allem Niklas oblag, ist einen Tag zuvor beinahe noch gesprengt worden, weil wir feststellen müssen, dass es besser wäre, die Abfahrt von „ca. 09. August“ im Vorfeld auf „08. August“ zu präzisieren – Bene hätte am Sonntag eigentlich arbeiten müssen. Wie durch ein Wunder (und das kaputte Gesundheitssystem), gibt es am Sonntag doch keine Arbeit für ihn und der Abfahrt steht nichts mehr im Wege.
Es ist sechs Uhr in der Früh und wir verlassen gerade Amberg. „Das läuft ja erstaunlich gut“, stellt Niklas fest und wir sind alle putzmunter, trotz des kurzen Schlafs – angetrieben durch die Motivation, heute Nachmittag noch auf die Oberaarjochhütte aufzusteigen. Doch jetzt liegen erstmal sechs lange Stunden im Auto vor uns. Außerdem müssen wir noch David in Ulm am Bahnhof abholen. Der hatte seine Reise schon zwei Stunden vor uns begonnen.
Wir kommen gut voran, zumindest im Vergleich zur Deutschen Bahn, auf die wir ein wenig warten müssen. Doch auch das Warten hat ein Ende und dann heißt es endlich: Nächster Stopp Bodensee, Vignette kaufen. Ein kurzer Schlenker durch Österreich und ab in die Schweiz. In Andermatt müssen wir noch Geld wechseln. Jetzt nur noch über den Furkapass und den Grimselpass wieder hoch. Dort pro Auto 40 Franken für das Parkticket am Oberaarsee in Münzen bereithalten. Wer hat so viel Kleingeld?
Also gut, um 13:15 Uhr haben wir es schließlich zum Parkplatz geschafft. Nach Umziehen und Proviant auf die Rucksäcke verteilen kann es gegen kurz nach zwei endlich losgehen. Der Spaziergang zum hinteren Ende des Sees erweist sich als reichlich unspektakulär und öde. Doch dafür ist das erste, was wir vom Gletscher zu sehen bekommen umso faszinierender. Ein riesiges Gletschertor, dessen Ende irgendwo tief unter dem Oberaargletscher, außerhalb unserer Sichtweite, liegen muss.
Der Gletscher ist aper, und auch wenn es für Bene und Viki das erste Mal auf dem Eis ist, kommen wir sehr gut voran. Mit Beginn der Schneeauflage seilen wir uns an und ziehen die Steigeisen an. Es ist mittlerweile vier Uhr am Nachmittag und wir haben immer noch gut 600 Höhenmeter vor uns. Trotz dem von Wolken bedeckten Himmel ist der Schnee schon weich und der Aufstieg wird immer mühsamer. So traben wir noch zwei Stunden dahin, immer weiter in den Nebel hinein, der mittlerweile das Oberaarjoch samt Oberaarhorn und alles umliegende komplett verschlungen hat. Inzwischen ist es an der Zeit auf der Hütte anzurufen und um ein verspätetes Abendessen zu betteln, was uns glücklicherweise gewährt wird. Dann setzt der Wind ein, wir haben zwar wieder Sicht, aber er ist beißend kalt. Die letzten 200 Höhenmeter müssen wir alle nochmal die Zähne zusammenbeißen, um uns noch bis auf das Joch zu schleppen.
Steigeisen von den Schuhen, notdürftig das ganze Material verstauen und ab zur Hütte. Dort heißt man uns zum Glück gleich mit warmer Suppe Willkommen und wir erfahren, dass wir nicht die einzigen sind, auf die man wartet. Vom Essen nimmt sich jeder so viel er kann, um Kraft für den Nächsten Tag zu haben. Direkt danach geht es in die Betten.
Bilanz des Tages: Ein Bergsteiger mit beinahe erfrorenen Fingern (Handschuhe sind völlig überbewertet), unsere Bergsteigerin am Ende ihrer Kräfte (auch das Abendessen, welches uns doch noch warmgehalten wurde, verließ sie kurz nach der Einnahme wieder) und auch der Rest der Gruppe ausreichend erschöpft.
Am nächsten Morgen klingelt der Wecker um 06:00 Uhr. Ausgeschlafen und voller Tatendrang sitzen wir beim Frühstück, die Erschöpfung vom letzten Abend ist verflogen. Kurz darauf machen wir uns auf den Weg auf das Oberaarhorn.
Die ersten Meter von der Hütte weg sind sehr steil, doch dann windet sich der Weg geschickt durch die Schutthalde dem Gipfel entgegen. Im oberen Teil heißt es nochmal Steigeisen auspacken und gemeinsam am Seil erklimmen wir in Serpentinen den Gipfel.
Bei bestem Wetter haben wir eine wunderbare Aussicht bis ins Wallis, das Matterhorn glitzert zwischen Monte Rosa und Weisshorn hervor. Ein wunderbar weißer Anblick, der deutlich macht wie viel mehr Schnee dieses Jahr in den Bergen liegt. Zu unserer Rechten können wir auch schon einen Blick auf unser großes Ziel, das Finsteraarhorn erhaschen, dessen Ostseite in der Morgensonne leuchtet.

Der Abstieg zurück zur Hütte ist auf dem gleichen Weg, auf dem wir den Berg erklommen haben. Durch den mittlerweile weichen Schnee geht es recht zügig nach unten. Schließlich noch durch das gut markierte Blockgelände, dann stehen wir schon wieder auf der Hüttenterrasse. Doch viel Zeit zum Verschnaufen haben wir hier auch nicht, da noch ein langer Fußmarsch bis zur Finsteraarhornhütte vor uns liegt. Also für jeden zwei Brote mit Käse, die Rucksäcke mit der restlichen Ausrüstung aus der Hütte gepackt und los geht es. Die Leiter hinunter auf das Oberaarjoch und von hier aus der Spur folgend bis hinter den Abbruch des Galmigletschers.
Durch die Nachmittagssonne, die hier voll in die Felswand strahlt, löst sich zu unserer linken ein Auto- großer Felsblock, rollt über den Gletscher und schlägt einige hundert Meter tiefer auf einer Felsplatte auf. Ein wahnsinniges Spektakel! Und durch die Verzögerung des Knalls wird uns nochmal klar, welche Dimensionen die Landschaft hat, von der wir hier umgeben sind.
Wir haben immer noch ein Stück Abstieg und den Gegenanstieg über den Fieschergletscher vor uns. So zieht sich unser Weg weiter durch die weise Landschaft. Unten angekommen ist der Gletscher wieder aper. Hier können wir zwei andere Seilschaften sehen, die für ihren Weg durch die Spaltenzone reichlich vor und zurück laufen müssen. Also entscheiden wir uns zu Beginn einen kleinen Bogen zu laufen, um einen großen Teil des Labyrinths von Spalten zu vermeiden. Der Plan geht auf und wir kommen gut voran. Kurz vor dem zweiten steileren Stück bekommt der Gletscher wieder eine Schneeauflage. Durch das Beobachten der anderen können wir auch hier wieder unseren Weg optimieren und haben sie oben im Spaltengebiet auch fast eingeholt.
Der Schnee bildet aktuell noch stabile Brücken über die Spalten, doch gelegentlich muss man doch mal einen kleinen Sprung machen. Und zack: Viki bohrt sich beim Springen über die allerletzte Spalte die Frontalzacke ihres Steigeisens oberhalb des Schuhs in den Knöchel. Der Schreck ist groß, aber nach einer oberflächlichen Begutachtung entscheiden wir uns, lieber noch schnell zur Hütte zu gehen, um dort weiter zu schauen.
Jetzt hat der Weg allerdings noch etwas ganz Spezielles für uns auf Lager. Das Schmelzwasser kann hier im flachen Gelände nicht gut abfließen und verwandelt so den Schnee in matschiges Softeis. Doch das kann uns jetzt auch nicht mehr aufhalten, da die Hütte schon längst in Sicht ist. Und so kommen wir auf die Spur der Grünhornlücke und sind auch kurz darauf am Gletscherrand.
Um 17 Uhr sind wir schließlich auf der Finsteraarhornhütte angekommen. Wir stellen fest, dass Vikis Knöchel doch deutlich angeschwollen ist & nach einer Erstversorgung durch den mitreisenden Bergdoktor Lueger wird für sie Bettruhe angeordnet. Bis zum Abendessen haben wir alle bisschen Zeit um durchzuschnaufen und alle schauen entspannt dem nächsten Tag entgegen.
Heute bleiben wir lange liegen. Frühstück gibt es für uns um 7 Uhr, da wir uns nichts Vorgenommen haben. Gegen 9 Uhr ist David, Bene und Niklas dann doch langweilig und wir fragen die Hüttenwirtin, ob sie uns einen schönen Gipfel für den Nachmittag empfehlen kann. Auf ihren Rat hin brechen wir auf, um den Wysnollen zu besteigen.
Unser Weg führt uns einmal quer über den Fieschergletscher, vorbei an einigen Spalten, eine Schneeflanke hinauf. Wieder einmal finden wir eine perfekte Spur vor, deren Schöpfer wir im oberen Teil begegnen.
Die letzten paar Meter sind dann nochmal erstaunlich anstrengend, da die Mittagssonne den Schnee hier schon stark aufgeweicht hat. Wir verlieren leicht an Tempo, als Niklas und David bei jedem Schritt knie- bis hüfttief im Schnee versinken, während Bene engelsgleich über die Schneedecke gleitet – der „Schuhgröße zu Körpergewicht – Koeffizient“ ist hier scheinbar einfach besser. Aber irgendwie haben wir dann doch, zwar auf allen vieren und wühlend, aber stolz unser Ziel erreicht. Zur Belohnung gibt es sogar Handyempfang und Gipfelschokolade auf dem Gipfel. Wir machen eine ausgiebige Pause, bevor wir uns wieder in den tiefen Schnee stürzen, um abzusteigen.
Am Rückweg geht es dann wieder vorbei an beeindruckenden Spalten, in die, bis auf kurzzeitig Benes Bein, niemand von uns stürzt. Die frische Abstiegsspur der anderen Seilschaft endet plötzlich vor einem Loch, doch ein Blick in die Tiefe verrät, dass hier niemand liegen geblieben ist. Nach einer guten Stunde stehen wir wieder auf der Hüttenterrasse, wo wir gemeinsam einige Brote essen.
Die Spaltenbergung steht für uns dann auf dem Programm. Gemeinsam mit Quirin, der wieder zu uns stößt, bauen wir T-Anker, installieren Flaschenzüge und ziehen Niklas erfolgreich aus der Spalte, in die er sich wagemutig stürzte. Beim zweiten Mal rettet Niklas sich selbst, da das Abendessen bereits ruft.
Nach dem Essen schauen wir uns noch die Route für den nächsten Tag und den Wetterbericht an und packen unsere Rucksäcke, damit wir in der Früh gleich loslaufen können. Um noch möglichst viel Schlaf zu bekommen, gehen wir alle früh ins Bett, denn wir wollen fit für den 4000er sein.
Das schrille Kreischen des Weckers reißt uns aus dem Schlaf. Obwohl wir wussten, worauf wir uns einlassen, fühlt sich das gerade unglaublich früh an. Das Frühstück macht zum Glück munter. Doch bis alle ihre Schuhe angezogen haben, vergeht doch ein wenig Zeit.
Um fünf Uhr laufen wir endlich los, durch das optimal markierte Felsgelände hinter der Hütte vorbei am alten Hüttenplatz bis zum Beginn des Gletschers, wo wir Steigeisen anziehen und anseilen. Bis hier haben wir bereits 300 Höhenmeter zurückgelegt. Die nächsten 300 gehen fast genauso schnell, und so stehen wir um sieben Uhr in einem leichten Schneesturm am Frühstücksplatz. Das Wetter hat heute leider entgegen der Vorhersage nicht perfekte Gipfelbedingungen für uns in petto.
Für lange 15 Minten stehen alle Seilschaften still und müssen abwarten, bis das Gröbste vorbei ist. Dann als der Schneefall aussetzt, treten einige den Rückzug an, während andere weiter gehen. Von den vielen Stirnlampen, die am Morgen hinter uns zu sehen waren, kommen erstaunlich wenige bis zu uns. Wir schauen allerdings gebannt zum Hugisattel, ob Seilschaften in den Gipfelgrat einsteigen. Nach längerem Zögern wagen es die ersten tatsächlich. Doch das Wetter schaut nur wenig besser aus und die Motivation in unserer Seilschaft ist nach dem langen Warten dahin. So entscheiden wir, den Rückzug anzutreten.

Durch die Änderungen unserer Pläne, überlegen wir gleich heute noch zurück zur Oberaarjochhütte zu gehen, um den Rückweg für Viki zu erleichtern. Tatsächlich gibt es dort gerade ausreichend Platz für uns fünf. So marschieren wir wenig später, bei wieder wunderbarem Wetter, los. Diesmal nicht über den Fieschergletscher, sondern über den Geröllhang Südöstlich der Hütte, um den nassen Schnee und die erste Spaltenzone zu vermeiden.
Zuerst ist der Weg noch klar markiert, doch als die Abstände der Steinmännchen immer größer werden müssen wir uns selbst einen Weg hinunter auf den Gletscher suchen. Was jedoch ebenfalls kein großes Problem darstellt. Unten angekommen seilen wir uns wieder an und schlängeln uns geschickt durch die zweite Spaltenzone.
Der Übergang auf den Galmigletscher läuft problemlos, es steht nur noch ein Anstieg von 550 Höhenmetern zwischen uns und der Oberaarjochhütte. Dieser zieht sich wieder in die Länge. Um 17:30 Uhr haben wir es dann doch alle gemeinsam noch auf die Oberaarjochhütte geschafft. Diesmal pünktlich zum Abendessen.
Für die Übernachtung stellen wir fest, dass wegen der vollen Hütte für uns nur noch das Bergführer-Zimmer frei ist – über ein eigenes Quartier sogar mit Waschbecken beschweren wir uns natürlich auch nicht.
Bei einem wunderbaren Abendessen, einigen intensiven Runden Uno, Gesprächen mit anwesenden Schweizern („Frankenjura? WOLFGANG GÜÜLICH!“) und einem letzten Sonnenuntergang hinter dem Finsteraarhorn lassen wir den Abend ausklingen. Und so ganz nebenbei schmieden David, Bene & Niklas schon wieder Pläne für den nächsten Morgen.
Putzmunter, hellwach und ausgeschlafen Sitzen wir am nächsten Morgen beim Frühstück, mit der Gewissheit, dass dieser der letzte Tag für uns in eben jener zauberhaft schönen Landschaft sein wird, die man die Berner Alpen nennt.
Doch das soll die Stimmung nicht trüben. Direkt nach dem Frühstück marschieren David, Bene & Niklas los, denn wir wollen heute Vormittag noch die Studerhornüberschreitung machen.
Der Weg bis zum Einstig am Westgrat zieht sich durch die weiße Ebene. Doch jetzt kann der Spaß beginnen. Durch leichte Felspassagen über noch morgentlich feste Schneefelder bis hoch zum Gipfel kraxeln wir empor. Die schönste Tour bis jetzt! Und ein Blick nach Osten, wo der Grat weiter geht, verrät sie ist noch nicht vorbei. So stapfen wir durch den weichen Schnee der Osthänge hinab, um in den Anstiegen wieder feinsten Firn vorzufinden. Das geht eine Weile so.
Nach einer weiteren traumhaften Felsstelle stehen wir auf dem Altmann. Von hier aus möchten wir wieder zur Hütte, also weiter den Grat hinab, einmal abgeseilt und nach wenigen Metern stehen wir auf dem Gletscher. Der Rest geht erstaunlich schnell und schon stehen wir auf dem Oberaarjoch.
Nach einer kurzen Stärkung an der Hütte, wo auch Quirin und Viki auf uns warten, treten wir den Finalen abstieg zurück zum Oberaarsee an.

Derselbe Weg, für den wir im Aufstieg so ewig gebracht haben, fliegt jetzt förmlich an uns vorbei und – nach nicht einmal zweieinhalb Stunden haben wir es tatsächlich schon geschafft. Ein letzter Blick zurück auf den Gletscher hinter uns, ein letztes Selfie, und schon ist unsere Hochtour unter besten Wetterbedingungen zu Ende.

Wanderwoche in der Schweiz (Seniorengruppe)

Als im Januar Günter und Herbert eine Wanderwoche in der Schweiz für die Senioren organisierten, konnte niemand ahnen, wie viel Glück wir hatten, dass sie statt fand. Wir schlossen uns einer Reisegruppe von Christoph Reisen an und brauchten uns dadurch nicht um die Anreise und die Tourenvorschläge kümmern. Zwischen zwei Corona-Lockdowns fuhren 11 Senioren/innen mit dem Bus am Sonntag, 26. Juli, nach Saas Almagell wo wir uns im Hotel Kristall-Saphir einquartierten.
Am Montag fuhren wir mit dem Bus zum Mattmarkstausee. Diesen umrundeten wir, je nach Kondition, in einer kürzeren oder längeren Wanderung.
Die schönste Wanderung der ganzen Woche war am Dienstag. Von Täsch-Alp geht ein Höhenweg nach Sunnegga, immer mit Blick aufs Hörnli. So nennen die Schweizer liebevoll das Matterhorn. Von Sunnegga ging es mit der Bahn runter nach Zermatt, wo wir noch einen Biergarten und den Bergsteigerfriedhof besuchen konnten.
Am Mittwoch war Saas Fee der Ausgangspunkt. Mit der Gondelbahn ging es rauf zum Felskinn. Auf einem Gletscher wanderten wir zur Britanniahütte. Zurück nahmen wir den gleichen Weg und waren schon schon so früh wieder in Saas Fee, dass wir noch Zeit hatten mit der Seilbahn zur Längfluh zu fahren.
Am Donnerstag hatten wir eine länger Anfahrt nach Betten im Gomstal. Zwei Seilbahnen brachten uns zum Bettmer Horn. von dort wanderten wir auf einer langen Rundtour (16 km) zurück zur Seilbahnstation. Im ersten Teil der Tour ging es immer am riesigen Aletschgletscher entlang. Da gab es Fotomotive ohne Ende.
Auch am Freitag stand noch eine schöne Wanderung auf dem Programm. Von Saasgrund ging es mit einer Gondelbahn zum Kreuzboden. Von da gibt es einen Höhenweg nach Saas Almagell. Der Höhepunkt dieser Wanderung ist ein kleiner Klettersteig am Ende der Tour.
Großes Glück hatten wir mit dem Wetter. Außer einem kleinen Regenschauer am Donnerstag gab es die ganze Woche ungetrübten Sonnenschein. So konnten wir am Samstag zufrieden die Heimreise antreten