Tourenbericht 23.-25.06.2017: „Wo die wilden Fräulein hausen“ (Tannheimer Berge)

Als wir uns, dreizehn gutgelaunte, hochmotivierte Wanderer, am Freitag am Parkplatz der Schattwald Seilbahn trafen, stand einem tollen Wochenende nichts mehr im Wege. Wir, das waren Wanderführer Josef mit Frau Irmgard, Doris und Günter, Christine und Mike, Franz, Agnes, Andrea, Cordula, Petra, Vroni und Irene.
Die Sonne meinte es gut mit uns, die Rucksäcke wurden geschultert und um die ersten 500 Höhenmeter zu sparen, genossen wir die Auffahrt im Sessellift.
Die Almwiesen zeigten sich in voller Pracht, die Kühe beäugten uns neugierig und zügig führte uns unser Weg Richtung Grat. Doch auch der Wind zeigte was er kann und blies uns immer kräftiger entgegen. Als er schließlich gefühlte Windstärke 8 erreichte, Josef verwies auf Kachelmann, der 80 km/h gemeldet hatte, entschieden wir uns zum Umkehren Eine gute Stunde am Kamm wäre doch zu viel gewesen, es sollte schließlich keine der Wanderinnen davongeweht werden.
Also marschierten wir auf einem unendlich langen und steilen Schotterpfad auf der anderen Seite fast bis ins Tal, was unseren Knien, Oberschenkeln und Zehen gar nicht gefiel. Beim Abzweig nach Hinterstein galt es eine schwere Entscheidung zu treffen. Wollen wir nochmals 60 Höhenmeter tiefer steigen, um uns im Wirtshaus einen kühlen Schluck zu gönnen oder gleich wieder aufsteigen? Schließlich nahmen wir mit unseren lauwarmen Getränken vorlieb und nach kurzer Rast marschierten wir einen wunderschönen Steig hinauf zur Willersalpe. Einem der Bergfexe setzte der lange Auf- und Abstieg mit 1000 Höhenmeter sowohl auf- als auch abwärts gewaltig zu, doch sein eiserner Wille und der aufmunternde Zuspruch seiner Kameraden brachten auch ihn ans Ziel.

Endlich lag sie vor uns die Willersalpe, eine der ursprünglichsten Allgäuer Sennalpen mit ebensolchen Betreibern. Es gab nur wenig Strom aus Solarzellen, im Lager waren Stirnlampen unerlässlich und zum Waschen war das Wasser angenehm kalt. Vorsorgt wird die Hütte mit Eseln. Sofort genehmigten wir uns ein kühles Bier, welches die Strapazen umgehend vergessen ließ. In der Gaststube wurde mächtig gequalmt und gezecht und der Wirt teilte uns mit, dass am Abend noch eine Feier mit Musik stattfinden sollte. Die Haxn taten weh, wir wollten nur noch die Bergstiefel auszuziehen, und Bier und Radler zischen lassen, denn aus der geplanten 4stündigen Tour war eine mit fast 6 Stunden reiner Gehzeit geworden.
Zum Glück konnten wir unsere Riesenportion Spaghetti mit Käsesoße oder eine Jause mit selbstgemachten Käse im Nebenraum verspeisen und den restlichen Abend bei Bier und Wein auf der Terrasse ausklingen lassen. Georg, ein Allgäuer Bergkamerad gesellte sich zu uns und gemeinsam tauschten wir Erlebnisse aus.
Das Schlafen im Bettenlager war heiß und eng und wurde vom Auftritt des entrüsteten Wirts unterbrochen, der einen Gast (keiner von uns), der vergessen hatte zu zahlen, mitten in der Nacht noch seine Schulden begleichen lies.
Am Samstag stiegen wir bei Nebel auf in Richtung Gaiseck. Doch wenn der Nebel sich lichtete blitzte erst der Vilsalpsee, später der Schrecksee im Tal auf. An einem windgeschützten Platz, kurz vor dem Grat, packten wir unsere Brotzeit aus. Plötzlich tauchte ein junger Mann mit nacktem Oberkörper auf, der bei den Wanderdamen helles Entzücken auslöste und eine besonders Kecke sagen lies, dass sie es langsam leid sei, immer nur von alten Männern umgeben zu sein.
Zum Glück haben unsere Männer ein dickes Fell und unverdrossen ging es auf dem anspruchsvollen Weg, der uns über Schneefelder führte, gespickt mit kleinen Kraxeleien, immer wieder mit Blick auf Schreck- und den Vilsalpsee, weiter zur völlig ausgebuchten Landsberger Hütte. Alle waren schon auf den Hüttenwirt gespannt, der im Internet als unfreundlich und dessen Essen als nicht schmackhaft bewertet war.
Doch wir Bergziegen entlockten dem Wirt manches Lächeln und Gerichte gab es in großer Auswahl, waren reichlich und schmeckten köstlich. Wenn auch der hohe Lärmpegel, verursacht durch die vielen Gäste in der riesigen Gaststube, unsere Gespräche erschwerte, so waren diese doch intensiv und tiefgründig.
Am Sonntag stand der Aufstieg zur Leilachspitze auf dem Programm, doch das Wetter machte uns mal wieder einen Strich durch die Rechnung. In der Früh regnete es in Strömen, sodass wir nach einem gemütlichen Frühstück den steilen, aber kürzeren Abstieg nahmen, wo uns beim Ankommen in Rauth schon der Bus erwartete und uns zurück zu unseren Autos brachte.
Zum Abschluss stärkten wir uns in der „Post“ während draußen mehrere Platzregen runter gingen. Dann ging es wieder Richtung Amberg. Nur zwei ganz Verliebte hängten noch 2 Tage zum Kuscheln dran.
Ein erlebnisreiches Wochenende, super organisiert von Josef und Irmgard ging zu Ende und alle sind dankbar für diese unvergesslichen Tage.

Irene Kraft

Tourenbericht: Winter-/Schneeschuhtour Tourengruppe jdav 03.-05.01.2018

Unsere diesjährige Schneeschuhtour führte uns auf die Weidner Hütte (1799) in den Tuxer Alpen. Nachdem irlerische Grenzvorstellungen des, bis dahin als zu deutschen Territorien gehörig angesehen Innsbrucks berichtigt wurden, stiegen wir letzten Endes auf die Hütte auf und nahmen Quartier. Wegen Lawinenwarnstufe 4 drehten wir am nächsten Tag nur eine kurze Runde im geschützten Wald. Anschließend kehrten wir in die Hütte zur Brotzeit ein. Die im Anschluss seriös angesetzt und durchgeführte LVS-Übung endete in einer wüsten Schneeballschlacht und in einer passiven und aktiven Kullerei. Ein abendlicher Artenkunde und Geographieunterricht (Hirsch ungleich ‚rupricarpa rupricarpa‘) endete in schierer Verzweiflung der durchweg kompetenten Lehrperson. Nachdem sich die Lawinenbedingungen und das Wetter (Regen und 8 Grad+) auch am letzten Tag sich nicht verbesserten, entschieden wir uns direkt abzusteigen. Bevor wir nach Hause fuhren machten wir noch eine kurze Führung durch Innsbruck unter der Leitung unseres temporär dort ansässigen Jugendleiters. Anschließend fuhren wir auf dem „Holzweg“ nach Hause.

Kathi, Simon, Torsten, Louisa und Martin

Tourenbericht: Kaiserliche Schneeschuhtour 17.-19.02.2017

Nachdem ich an unserer Geschäftsstelle in Amberg die letzten Utensilien sowie die Teilnehmer in unserem Kleinbus verstaut hatte, starteten wir Richtung Berge. Teilnehmer waren Doris, Evi, Hanni, Petra, Sabine, Sigrid, Thomas und der GeSie. Das mit dem Bus hat sich mittlerweile ganz gut bewährt, denn so ist, zumindest für die Mitfahrer, eine entspannte Anreise garantiert.

Je näher wir unserem Ziel kamen, desto schlechter wurde das Wetter. Bei der Ankunft im Gasthaus Altmühle, gleich hinter der Griesenau östlich vom Kaiser-gebirge, durften wir unser Gepäck schließlich im Dauerregen ausladen. Geplant war eine kleine Eingehtour mit den am ersten Tag obligatorischen LVS-Übungen. Allerdings hatte niemand bei dem miesen Regenwetter richtig Lust, nochmal raus zu gehen. Aber da lass‘ ich nicht mit mir spaßen, LVS kann man richtig nur in der (gestellten) Praxis erlernen. So machten wir uns mit Anorak und Regenschirm – schlechtes Wetter gibt es schließlich nicht, nur schlechte Kleidung – auf in Richtung Stubenalm. Bei der Richtung blieb es aber, denn nach 200 Höhenmeter machten wir kehrt, um dann in der Nähe unseres Basislagers auf einer Wiese unsere Übungen abzuhalten, die dann aber auch nicht allzu ausgiebig ausfielen. Schnell hatten wir unsere Siebensachen zusammengepackt und saßen dann in der warmen Wirtsstube bei Kaffee und Kuchen. Der viele Regen sollte sich übrigens als Segen erweisen, dazu aber später mehr.

Am nächsten Morgen wanderten wir nach einem ausführlichen Frühstück zunächst über die Griesenau ins Kaiserbachtal. Bald nach der Mautstelle bogen wir rechts ab, hier konnten wir auch unsere Schneeschuhe anlegen. Über eine Forststraße wollte ich einen freien Höhenrücken zur Scheibenbühelalm erreichen. Nach einiger Zeit hörten wir vor uns Maschinengeräusche, dann standen wir plötzlich vor einem riesigen Haufen Baumstämme mitten auf dem Weg, aufgeschichtet auf 5 – 6 Meter Höhe. Rechts davon ging es steil abwärts, außerdem waren hier die Waldarbeiter mit einer Seilwinde zu Gange. Ich versuchte es links durch steiles Dickicht, aber bald kam ich zu der Einsicht, dass sich das mit der Gruppe zu lange hinziehen würde. Außerdem hätten wir uns beim Rückweg wieder durchkämpfen müssen. Also kehrten wir wieder um. Zurück im Kaiserbachtal war guter Rat teuer. Links der Wilde Kaiser, viel zu steil und felsig, kein Schneeschuhgelände. Rechts dichter Wald ohne ein attraktives Ziel. Vor einigen Jahren war ich mit meiner Jugendgruppe auf der Griesner Alm, auch bei einer Sektionsfahrt hatten wir uns dort schon einquartiert. Ich erinnerte mich an Kaffee und Kuchen, also stand das Ziel schnell fest. Auf der Fahrstraße hochspazieren wollten wir auch nicht, das erschien uns dann doch zu langweilig. Also gingen wir hinunter zum Bach, der wenig Wasser führte, und suchten uns im Bachbett einen Weg. Das funktionierte auch ganz gut und hatte einen eigenen Reiz. Bei der Fischbachalm mussten wir den Bach dann wieder verlassen, ab da gingen wir die letzten Meter auf der Straße weiter. Was Kaffee und Kuchen betrifft, wurden wir nicht enttäuscht. Für den Rückweg wählten wir die Langlaufloipe, allerdings klappte mit den Schneeschuhen weder Diagonalschritt noch Skating, also schlenderten wir gemütlich talwärts.

Am Sonntag früh nach dem Räumen der Zimmer fuhren wir nach Gasteig. Von dort wollten wir dem Niederkaiser unter den Südabstürzen der Maukspitze einen Besuch abstatten. Ein Traumtag stand uns bevor: Strahlend blauer Himmel und jede Menge Neuschnee pur – dem Regen am Freitag, der oben einiges an Schnee brachte, sei Dank. Nach kurzem Anmarsch, wieder auf einer Loipe, ging’s bald bergauf, zwar auf einer Forststraße, aber dafür im Tiefschnee. An der Hackeralm machten wir Brotzeit, Sonnenanbeten an der südwärts gerichteten Hüttenwand eingeschlossen. Weiter ging’s zum Teil sehr steil, aber wieder im Tiefschnee bis zur Einödalm. Hier blieben drei der Damen zurück, um nochmal die Sonne zu genießen, der Rest spurte noch ein Stück Richtung Maukspitze, denn es machte einfach zu viel Spaß, frische Spuren in den Tiefschnee zu legen. Zurück im Gasteig gönnten wir uns natürlich wieder eine ordentliche Stärkung in Form von Kaffee und Kuchen.

Bericht von GeSie (Gerhard Siegert)