Tourenbericht Klettern auf der Ravensburger Hütte Pfingsten 2026

Samstag

Am Samstag geht es zeitig los für Viki, Niklas, Maria, Joris und Sina. Um halb Vier in der Nacht starten wir und fahren Richtung Österreich zu unserem Quartier für die nächsten Tage, der Ravensburger Hütte im Lechquellengebirge. Dort will Niklas manchen von uns erste Einblicke in das Alpin-/Mehrseillängenklettern geben und bereits vorhandenes Wissen erweitern. Torsten und Marlene sind schon einen Tag früher los und haben die Zeit genutzt, um den Winterraum der Hütte zu erkunden und erste Klettermeter zu sammeln.

Aufgrund des frühen Aufstehens und glücklicherweise leerer Straßen kommen wir super Richtung Berge und sind sogar eine Stunde früher am Ausgangspunkt in Zug für den Aufstieg. Zuerst teilen wir Seile und Essen auf. Da darf es natürlich nicht fehlen, die Rucksäcke zu wiegen. Man munkelt, dass eine Person (weiblich, 26) das Gewicht nicht wissen wollte, da ohne Seil schon 19kg auf der Wage standen und das Seil aber nun mal noch mit dabei sein musste.
Kurz nach Acht fängt dann das Abenteuer an und wir gehen los Richtung Ravensburger Hütte. Der Weg ist von einigen Schneefeldern bedeckt, aber der Aufstieg ist problemlos machbar. Nach etwas mehr als zweieinhalb Stunden kommen wir bei brütender Hitze an der Hütte an. Für diese Tour hat es der Wettergott wirklich gut gemeint: Es ist jeden Tag Sonne angesagt.

Nach einer kurzen Pause und Stärkung starten wir zu den Spullerplatten für unsere ersten Mehrseillängen.
Zuerst steigt die Dreierseilschaft mit Joris, Maria und Niklas in die Route „Braunbär“ ein. Es folgt die Zweierseilschaft mit Viki und Sina. Durch diese Konstellation kann Niklas das zuhause Geübte nochmals überprüfen und Ratschläge geben.
Nach erfolgreicher Beendigung der Route gehen wir zurück zur Hütte und kochen Abendessen. Kurz nach uns treffen dann auch Torsten und Marlene ein. Bei einem kurzen Pläuschchen bestätigt sich unser erster Eindruck beim Zustieg, dass auf den umliegenden Klettergipfeln noch ziemlich viel Schnee liegt und die Auswahl für zukünftige Touren etwas begrenzt ist.
Nach dem gemeinsamen Abendessen geht es dann endlich ins Bett, um etwas Schlaf nachzuholen. Trotz dass wir den Holzofen kräftig einheizen, bleibt es doch erstaunlich kalt im Winterraum und so sieht man von manchem nur noch das Gesicht aus den Deckenbergen hervorlugen.

Sonntag

Am Sonntag in der Früh entfliehen wir dem Eiskeller auf unsere Sonnenterrasse vor der Hütte. Nach dem gemeinsamen Frühstück gehen wir wieder zu den Spullerplatten, um dort an den Erfahrungen von gestern anzuknüpfen. Dieses Mal aber in anderen Seilschaften: Den Start in den „Bühlerweg“ machen Joris und Viki, darauf folgt die Seilschaft mit Niklas, Maria und Sina.
In einem sind Maria und Sina sich einig: Platten mit kleinen Tritten und winzigen Leisten sind klasse, aber die Wasserrillen sind doof. Trotzdem haben die beiden „Neulinge“ richtig Spaß am Mehrseillängenklettern. Oben angekommen seilen wir uns wieder ab, da am Nachmittag Niklas und Maria nochmal in die Wand einsteigen möchten. Der Rest von uns hat sich zeitversetzt Richtung Hütte aufgemacht, da der ein oder andere etwas mit der Sonne zu kämpfen hatte. Als dann alle wieder an der Hütte sind, kochen wir wieder gemeinsam, heute stehen Falafel mit Kartoffelpüree – und festhalten: Gurkensalat! – auf dem Menü. Ja, es ist dreimal Salat zum Abendessen geplant. Gar nicht schlecht, bei der Hitze auch etwas Frisches dabei zu haben. Gegen 22 Uhr ist dann auch dieser Tag zu Ende.

Montag

Am Montag beginnt der Tag für einen Teil von uns ganz entspannt auf unserer Sonnenterrasse, um die ganzen Eindrücke von den vorherigen Tagen wirken zu lassen und etwas Kraft zu tanken.
Torsten, Marlene und Joris schauen zur Luggiwand, den Klettergarten hinter der Ravensburger Hütte, um in „Kraut und Rüben“ einzusteigen. Der Name ist zumindest teilweise Programm und so muss man auch mal kräftig ins Gras greifen – sonst hat die Route einige schöne Kamin- und Verschneidungspassagen zu bieten. Nach den zwei Seillängen treten die Drei den Heimweg an, da sie am Dienstag wieder arbeiten müssen. Viki, Niklas, Maria und Sina bleiben noch einen Tag länger, denn Zitat Hüttenwirt: „Seit‘s ihr Studenten, oder warum bleibt ihr länger als der Feiertag?“.

Nachdem Torsten, Joris und Marlene den Heimweg angetreten haben, machen sich die „Studenten“ auf den Weg zu einer leichten Wanderung zum Einstieg der Roggalspitze, um die aktuellen Bedingungen näher anzuschauen. Für diesen Tag ist ein etwas entspannteres Programm angesagt. Eins kann man sagen, wir hatten Spaß an den Schneefeldern beim Abstieg wieder zurück zur Hütte.
Wieder angekommen, wird schnell der Ofen angeschürt und das letzte gemeinsame Abendessen gekocht: Nudeln mit Frischkäse, Feta, Oliven mit Gorgonzola, Sonnenblumenkernen, Parmesan und Karottensalat – essenstechnisch geht es uns auf jeden Fall gut.

Dienstag

Am Abreisetag klingelt der Wecker um 8 Uhr und wir frühstücken ein letztes Mal gemeinsam auf der Terrasse bei einem traumhaften Ausblick auf den Spullersee. Nachdem wir den Winterraum sauber gemacht haben, steigen wir auch in die Luggiwand ein. Maria und Sina klettern „Kraut und Rüben“, wobei die beiden die Route eher „Kraut und Stein!“ getauft hätten. Viki und Niklas steigen in „Lolek und Bolek“ ein. Nachdem wir uns abgeseilt haben, geht es zurück zur Hütte und die Rucksäcke werden für den Abstieg gepackt.
Gegen 14 Uhr steigen wir vollgetankt mit Sonne und lehrreichen Erfahrungen wieder ab. Fast übersehen wir das Auto, das von einem gelben Pollenschleier begraben ist. Jetzt sitzen wir gerade im Auto und schreiben diesen Tourenbericht. Ich muss sagen, danke für diese tollen Tage und danke auch an die tolle Gruppe, es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht!

Bericht: Jugendvollversammlung 2026

Am vergangenen Wochenende traf sich die Sektions-Jugend zur diesjährigen Jugendvollversammlung. Gemeinsam konnten wir in der Kletterhalle auf das letzte Jahr zurückblicken und neue Pläne und Touren fürs kommende Jahr sammeln.
Bei den Wahlen wurde Viktoria Zock als Jugendreferentin bestätigt, Unterstützung erhält sie neben vielen neuen Mitgliedern des Jugendausschusses auch von den neuen stellvertretenden Jugendreferent:innen Paula Matthalm und Benedikt Lueger.
Im Anschluss wurde bei Bilder-Diashows von verschiedenen spannenden Touren im letzten Jahr berichtet und atemberaubende Bilder gezeigt, zum Ausklang sammelten wir gemeinsam Klettermeter in unserer Halle.
Wir sagen Danke an alle Aktiven, die die Jugendarbeit in unserem Verein ermöglichen und unterstützen und freuen uns auf spannende Aktionen im neuen Jahr!

Winterfreizeit 19.-22.12.2025 der Aktion Bergfreunde

Freitag, 19.12.2025:
Für neun Bergfreunde geht es am vierten Adventswochenende in die Tannheimer Berge. Ausgeschrieben unter dem Titel „Winterfreizeit“ werden Hoffnungen auf Ski- und Schneeschuhtouren geweckt, jedoch vom Schneemangel und der Dezembersonne zunichte gemacht. Und so entscheiden der Wetter- und Schneebericht, dass anstatt der Ski die Klettersachen eingepackt werden. Die Badehose für den Sprung in den Haldensee kann ebenfalls zuhause bleiben, denn dieser ist zugefroren. Trost spenden die vielen vorhergesagten Sonnenstunden und die schneefreien Südwände der Tannheimer Berge.
Für Viki, Joris, Niklas und Torsten geht es am Freitagmittag in Amberg los und auf direktem Weg nach Schattwald in die Selbstversorgerhütte, die den Bergfreunden für die nächsten Nächte als Unterkunft dienen wird. Bei der Fahrt dorthin wird der Topo der Tannheimer Berge eingehend studiert und als lohnend erscheinende Routen für die kommenden Tage werden markiert. Nachdem der Kofferraum entladen und das Lager bezogen ist, wird sogleich mit der Zubereitung des Abendessens, einem Gemüsecurry, begonnen. Pünktlich zum Abendessen treffen auch Savan und David ein. Im Anschluss an das Essen und den Abwasch werden die Aktivitäten für den nächsten Tag geplant.

Samstag, 20.12.2025:
Nachdem am Vorabend noch über die Aufstehzeit diskutiert worden war, läutet der Wecker um 05:30 Uhr das Ende der Nacht ein und nach einem, aufgrund der Uhrzeit eher wortkargen, Frühstück starten eine Stunde später zwei Autos in Richtung Nesselwängle. Unterwegs wird David abgesetzt, welcher mit dem Gleitschirm im Gepäck zweimal auf das Neunerköpfle steigen und anschließend hinabgleiten wird. Die Übrigen beginnen ab dem Parkplatz in Nesselwängle den Aufstieg zur Gimpel Südwand. Nach dem Aufstieg durch den noch dunklen Wald lässt sich auf der Terrasse des Gimpelhauses der morgendliche Sonnenaufgang genießen. Doch übermäßig viel Zeit bleibt nicht dafür, die Kletterer haben Respekt vor den kurzen Dezembertagen. An der in der Sonne liegenden Südwand des Gimpels angekommen, steigen Niklas und Savan in die „Neue Südostkante“ ein. Joris und Torsten folgen nach. Die erste Seillänge soll die anspruchsvollste des gesamten Tages werden. Der Kaltstart in eine noch nicht von der Sonne gewärmte Seillänge lässt die Hände schmerzhaft kalt und die Knie weich werden. Doch bereits am ersten Stand sind die Finger wieder voller Gefühl und warm und die Sonne wärmt Körper und Fels. Der Gipfel des Gimpels belohnt mit herrlicher Aussicht auf die angezuckerten Berge in der Ferne und die grünen Hänge des Tannheimer Tals. Nach dem nordseitig liegenden, verschneiten und teils vereisten Abstieg auf dem Normalweg folgt der steile Weg zum Auto und die Fahrt zurück nach Schattwald. Dort sind als Nachzügler Toni, Paul und Timo eingetroffen, welche bereits mit dem Kochen des Abendessens begonnen haben. Nachmittags kletterten sie noch an der Südkante der Kanzel. Nachdem der Couscousauflauf aus dem Ofen kommt und den Hunger der Bergfreunde gestillt hat, werden Spiele gespielt und der kommende Tag geplant. Ein besonderes Auge auf das (Flug-)Wetter hat hierbei David. Er plant, am nächsten Tag in Richtung Reutte in Tirol zu fliegen.

Sonntag, 21.12.2025:
Am kürzesten Tag des Jahres schellt der Wecker um 05:45 Uhr. Es folgt das gestrige Prozedere. Niklas und Savan sind beim Frühstücken schneller und starten einige Minuten früher in Richtung Nesselwängle. Unterwegs werden David und Joris abgesetzt, David zum Gleitschirmfliegen, Joris zum Wandern. Die übrigen nehmen erneut den Aufstieg zum Gimpelhaus in Angriff. Dort teilen sich heute die Wege. Paul und Timo steigen in die Route „Kuschelrock“ am Vorbau des Gimpels ein, Niklas und Savan warten noch in der Sonne auf die perfekte Zeit für den Einstieg in die Südwestkante der Roten Flüh. Toni und Torsten steigen am Hochwiesler in die „Via Anita“ ein. Nachdem die Kletterer unter idealen Bedingungen speckige Schlüsselstellen, Platten, Wegfindungsschwierigkeiten und den Abstieg zum Gimpelhaus überwunden haben, treffen sie sich alle zum Sonnenbaden auf der Terrasse des Gimpelhauses und beginnen von dort den Abstieg zum Parkplatz. Niklas und Torsten eilen im Laufschritt voraus, um David abzuholen, welcher wie geplant vom Hahnenkamm gestartet und in Richtung Reutte geflogen ist. Auf der Rückfahrt schildert er, dass der Höhenmesser aufgrund des heutigen Südföhns Klänge von sich gab, die man eigentlich in Berliner Nachtklubs erwartet.
Nach einer angeregten Diskussion, ob Knoblauch und Zwiebeln in Käsespätzle gehören oder nicht, gibt es zum Abendessen drei Varianten des traditionellen Allgäuer Gerichtes. Um dem heutigen vierten Advent Rechnung zu tragen, gibt es im Anschluss an das Abendessen Schrottwichteln. Die Beute: „Das Unbewusste“ von Sigmund Freud als Reclamheft, zwei Flurlampen, die spärlichen Überreste eines Wild Country Friends, ein Abseilachter, ein Kalender von 2024 und ein aktueller Adventskalender, ein UNO-Pocket-Spiel mit einer Flasche Sekt, ein Kunstkalender für das Jahr 2026 und als Trainingsgewicht Campingtöpfe aus Edelstahl.
Nach der Planung des letzten Klettertages und ein paar Tassen Punsch und Glühwein ruft auch schon das Lager.

Montag, 22.12.2025:
Am letzten Tag starten Niklas und Torsten früher als die anderen in Richtung Nesselwängle und steigen nach einer spontanen Planänderung in die Westrampe der Roten Flüh ein, wo sie sich über fünf Seillängen Kletterei freuen. Auf dem Abstieg können sie einige Blicke in die Nordwand des Gimpel erhaschen. Da sich die Sonne heute hinter den Wolken versteckt, klettern sie teils in Handschuhen. Auch Toni, Paul und Timo, welche etwas später gestartet sind, erleben in „Wirklich oben bist du nie“ am Gimpel Südostvorbau die frostigen Temperaturen. David fliegt wie am Vortag vom Hahnenkamm in Richtung Reutte. Da die Linienbusse ungünstig getaktet und die Kletterer alle noch auf dem Abstieg unterwegs sind, trampt er kurzerhand zurück nach Schattwald. Dort gibt es noch eine kurze Abschlussrunde und die Gruppe lässt die vergangenen Tage Revue passieren, bevor der Nachhauseweg angetreten wird.

Anmeldestart Schnupperklettern 27.10.2025 um 17:00 Uhr

Es reizt einen überall hinaufzuklettern und man will mehr?
Die Jugend bietet über die kommenden Wintermonate Kletterstunden zum Schnuppern an.
Der Kurs richtet sich an 7-16 jährige.

Beim Schnupperklettern werden die teilnehmenden Kinder komplett von ausgebildeten Jugendleiter*innen und deren Helfer*innen betreut. Eltern müssen sich also keine Sorgen machen!
Wir bitten die Eltern, die ihre Kinder in Aktion sehen wollen, erst kurz vorm Ende zu zuschauen, da wir ansonsten unser Programm nicht ungestört durchziehen können.

Die Ausrüstung zum Klettern wird immer gestellt. Eintritt in die Halle ist im Preis enthalten.
Mitzubringen sind aber dennoch Sportbekleidung, Turnschuhe und ein Getränk (ggf. eine kleine Brotzeit)

Unsere einzige Voraussetzung:
Mindestalter 7 Jahre

Kursgebühr:
– Mitglieder DAV Amberg: 7€
– Nichtmitglieder: 10€

Teilnehmerzahl:
3 – 12 Teilnehmer

Veranstaltungstermine:
– 23. November 2025
– 07. Dezember 2025
– 25. Januar 2026
– 01. Februar 2026
– 22. März 2026

Kursinhalt:
– Spielerisches Klettern im Toprope (eingehängtes Seil)
– Kennenlernen der notwendigen Ausrüstung
– Grundlagen der Sicherungstechnik

Kursort:
Stattfinden wird das Schnupperklettern in der Kletterhalle im Gebäude des Gasthauses „Alte Kaserne“ in der Dekan-Hirtreiter-Str. 5 in Amberg (Obergeschoss)

Anmeldung und Auskunft:
Anmeldung nur für einzelne Kinder sowie Termine möglich! Die Geschwister werden berücksichtigt.
Mehrfach Anmeldungen für Termine werden bei der Auswertung erst nach Neuankömmlinge berücksicht.
Anmeldung NUR per online Formular.

Die Anmeldung ist ab Montag den 27.10.2025 17:00 unter diesem Link möglich.

Rückschau des letzten Schnupperklettern 2022/2023
https://dav-amberg.de/98-kletterneulinge-im-vergangenen-halben-jahr/