Tourenbericht: Klettersteig Karnische Alpen 27.08. – 01.09.17

Wieder einmal starten wir mit 8 Personen unsere 6-tägige Klettersteig-Tour, diesmal Richtung Karnische Alpen.
So fahren Josef, Irmgard, Gabi, Klaus, Gerda, Werner, Freddy und ich am Sonntagmorgen zeitig los nach St. Lorenzen im Lesachtal. Zum Glück können wir mit dem Auto noch bis zur Ingridhütte fahren, so dass unser Aufstieg zum Hochweißsteinhaus nur noch eine Stunde dauert. Die gut geführte Hütte umschließen Rasen- und Felskämme mit dem darüber höher gezogenen Horizont des Hochweißsteins. Nachdem wir unsere Lager bezogen und die schweren Rucksäcke umgepackt haben, machen wir uns auf zu einer 1 ½ stündigen Wanderung zur kleinen Rudenspitze und zurück zur Hütte.

Am nächsten Morgen starten wir bei Sonnenschein über das Hochalpjoch Richtung Monte Peralba. Über den Klettersteig „Via ferrata Sartor“ geht es hinauf zum Gipfel Monte Peralba (2.694 m). Der Monte Peralba/Hochweißstein ist zweifellos einer der bekanntesten und am meisten besuchten Berge der Karnischen Alpen. Die Aussicht vom Gipfel ist eine der umfassendsten der Ostalpen. Vielleicht war das der Grund, warum Papst Johannes Paul II diesen Berg am 20. Juli 1988 bestiegen hat. Da das Wetter trotz Gewittervorhersagen noch recht gut ist, entscheiden wir uns für den Abstecher zum Rifugio Calvi. Nach einer kleinen Stärkung mit Kaffee und Kuchen geht unser Weg zurück zur Hütte. Ein doch sehr rasch aufkommendes Gewitter begleitet uns dann noch die letzten Meter. Den Tag lassen wir mit einem gemütlichen, wohl verdienten Abendessen ausklingen.

Dienstagmorgen starten wir erneut bei Sonnenschein auf dem Karnischen Höhenweg. Vom Hochweißsteinhaus führt der Steig über Bergwiesen hinauf zum Öfner Joch (2.011m). Von hier geht es abwärts in ein Almhochtal bis zur unteren Fleonsalm (1.571m). Durch lichte Wälder gelangt man zur verlassenen Sissanis Alm. Hier beginnt wieder ein längerer Anstieg bei großer Hitze. Am Sella Sissanis (1.987m) angekommen steht man vor einem wunderschönen kleinen Bergsee, dem Lago Pera. Weiter geht es zum Giramondo Pass (1.971 m). Der folgende Abstieg ins Wolayer Tal beginnt mit kurzen Serpentinen über eine steile Bergwiese hinunter. Durch ein lichtes Lärchenwäldchen erreichen wir schließlich die flachen Wiesen der Oberen Wolayer Alm (1.709m). Hier ist es Zeit für eine Rast und Einkehr mit Radler und Molke. Noch immer bei großer Hitze geht der letzte Aufstieg über eine Schotterstraße und markiertem Steig in Serpentinen hinauf zum Wolayersee, einem tiefblauen See, umrahmt von einer grandiosen Bergkulisse. Durstig, müde und zufrieden erreichen wir die Wolayersee Hütte (1.967 m). Dieser Abend endet besonders schön mit einem leckeren Abendessen und dem herrlichen Blick auf den See durch ein riesiges Panoramafenster.

Am nächsten Tag steigen wir am See entlang hinunter zum Rifugio Lamberthengi (1.955 m), das nach einem schweren Lawinenunglück 1982 wieder neu aufgebaut wurde. Nach einem kurzen Aufstieg erreichen wir den Sentiero Spinotti, ein sehr schöner Steig mit einfachen, ungesicherten Passagen. Zur Freude aller erreichen wir eine Anhöhe mit blumenreichen Grashängen und dem Blick zum Rifugio Marinelli. Eine traumhafte Sonnenterrasse lädt hier zu einem erfrischenden Getränk ein. Während einige bereits die Zimmer beziehen und einen kleinen Rucksack packen genießen andere den wunderschönen Ausblick und die Sonnenstrahlen. Gestärkt und voller Freude machen wir uns auf den Weg zum Monte Coglians (Hohe Warte 2.780 m). Allerdings ist die Freude schnell getrübt als wir den Weg zum Gipfel erblicken. Ein Geröllhang liegt vor uns. Es geht im steilen Gelände hinauf in ein breites Geröllkar. Der Anstieg ist sehr mühsam und anstrengend, umso glücklicher sind wir als wir den Gipfel erreichen. Hier thront eine riesige Friedensglocke. Das Gipfelpanorama umfasst den gesamten Alpenraum. Nach einem ebenso mühsamen Abstieg genießen wir den Abend im Rifugio Marinelli bei hervorragender italienischer Küche.

Unser vorletzter Tag….. der Morgen überrascht uns in einer Höhe von 2.120 m mit einem wunderschönen Sonnenaufgang. Noch ein letzter Blick zum Rifugio und zum Monto Coglians und wir wandern auf schönen Wegen hinunter zum Plöckenpass.

Zum Abschluss hat Josef für uns den „Oberst-Gressel-Gedenkweg“ ausgesucht. Ein fantastischer Klettersteig, der sich vor allem durch die sehr schöne Felsqualität auszeichnet, man klettert fast immer über kompakte Platten bis hinauf zur Cellonschulter. Nach ca. 2 Stunden haben wir das obere Ende erreicht. Der Abstieg geht auf normalem Wanderweg wieder hinunter zum Plöckenpass.

Am Pass angekommen erreichen wir gerade noch den Bus, der uns den Weg zur Valentinalm etwas abkürzt. Noch eine halbstündige Wanderung und wir kommen alle wohlbehalten an der Valentinalm an. Schnell beziehen wir unser Lager und können noch ein wenig die Sonne genießen.

Unser letzter Abend, wir schauen rückblickend auf die letzten 5 Tage und sind alle einer Meinung, es war alles perfekt: das Wetter, die ausgewählten Touren und Wanderungen und natürlich die Klettersteige…. mein Favorit: der Oberst-Gressel-Gedenkweg…… es wahr genial.

Josef hat wieder mal sein Bestes gegeben, vielen Dank für die Planung und Begleitung auf diesen Touren. Es ist immer wieder aufs Neue schön 🙂

Petra