Wolfgang Kellner

Wir erinnern an unseren Bergkameraden Wolfgang Kellner, der am 19. Februar 2018 im Alter von knapp 72 Jahren viel zu früh verstorben ist. Wir sind bestürzt über diesen plötzlichen und unerwarteten Abschied. Er trifft uns unvorbereitet und wir verlieren mit Wolfgang Kellner ein Urgestein unserer Sektion, der unseren Verein über viele Jahre geprägt und maßgeblich mitgestaltet hat, auch wenn er sich in den letzten Jahren mehr und mehr der Kunst zugewandt hat.

Wolfgang wurde Mitglied unserer Sektion im Jahre 1976. Kurz danach hat er seine Ausbildung zum Fachübungsleiter Bergsteigen, bzw. Skibergsteigen begonnen und mit zahlreichen Kursen zum Abschluss gebracht. Schon während dieser Zeit und viele Jahre danach hat er mit unzähligen Veranstaltungsangeboten unser Vereinsleben sehr geprägt und bereichert. Vielen Menschen hat er den Zugang zu den Bergen, auch zu anspruchsvolleren Unternehmungen ermöglicht und sie an seinem umfangreichen Wissen und seiner Erfahrung teilhaben lassen.

Bis 1998 führten sein Touren in die Tiroler, Südtiroler und Schweizer Berge. Dabei war er prägend für viele Bergfreunde in seinem steten Bemühen auch manchmal heterogene Gruppen zusammen zu führen und allen Teilnehmern ein besonderes Erlebnis nicht nur am Berg, sondern auch in und mit der Natur zu ermöglichen. Dies war ihm ein besonderes Anliegen. Immer wieder wurde auf langen Hüttenabenden intensiv, manchmal auch streitbar diskutiert. Dabei ging es nicht nur um die Berge, sondern um viele andere Bereiche des Lebens. Wolfgangs vielfältige Interessen in der Musik, aber auch an anderen Künsten, an der Politik und an seinem beruflichen Wirken waren dabei eine große Bereicherung. Seine Meinung hat er aufrecht und hartnäckig, aber immer auch mit einem offenen Ohr für Andere vertreten.

Über das eigene Tourenangebot hinaus hat Wolfgang in unserer Sektion von 1981 bis 1998 die Aufgaben des Ausbildungsreferenten übernommen. Als Ausbildungsreferent koordinierte er die verschiedenen Fachübungsleiter, kümmerte sich um die Ausbildung und Weiterbildung und den Nachwuchs der für eine Sektion so wichtigen Fachübungsleiter. Damit hat er auf die Entwicklung und vor allem die fachliche Profilierung unserer Sektion und die Motivation unserer Fachübungsleiter über viele Jahre einen maßgeblichen positiven Einfluss genommen.

Ein weiterer Höhepunkt seines bergsteigerischen Lebens war die Teilnahme an einer der beiden Expeditionen die unsere Sektion nach Spitzbergen unternommen hat. Unter der Leitung von Adi Schmidt nahm Wolfgang, wohl als einer der Jüngeren im August 1983 an dieser Erkundungsfahrt teil. Noch heute erinnert sich die Sektion mit Stolz an diese herausragenden Leistungen und erfreut sich an legendären Berichten aus dieser Zeit.

Wir verabschieden uns von einem Bergfreund, der sich über viele Jahre außerordentlich um die Sektion Amberg des Deutschen Alpenvereins verdient gemacht hat. Lebe wohl Wolfgang und für Deinen letzten Weg ein kräftiges:
Berg Heil.

Nachruf – Adolf Schmid

Am 29. Oktober 2015 verstarb unser langjähriger 2. Vorsitzender Adolf Schmid, unser Bergkamerad Adi, wie er von allen genannt wurde. Vor über 65 Jahren trat Adolf Schmid zunächst in der Sektion Bayerland München dem Alpenverein bei, bevor er ca. 10 Jahre später nach Amberg zurückkehrte und in unsere Sektion wechselte. Schon in jungen Jahren entdeckte er die Welt der Berge und die Herausforderungen des Bergsteigens für sich. Vieles davon hat er unserer Sektion und den aktiven Mitgliedern durch die Gründung einer Hochtourengruppe weiter vermittelt. Bereits 1960 wurde er zur ersten Spitzbergen-Expedition der Sektion Amberg eingeladen. Die 2. Große Expedition in dieses Gebiet hat er 1983 dann selbst geleitet.

Mit außergewöhnlichem Einsatz und teilweise unter heute nicht mehr vorstellbaren Strapazen und Risiken hat er Fahrten in den Kaukasus nach Grönland und natürlich in vielfältiger Weise im Alpenraum unternommen. Vom Mont Blanc, über Ortler, Großglockner und viele andere klangvolle und weniger bekannte Gipfel führte ihn winters wie sommers sein Weg. Dabei musste Adi neben der Freude am gemeinsamen Erleben mit guten Kameraden auch das Leid und Unglück als Bestandteil seines geliebten Bergsports erfahren. Auch in späteren Jahren war er noch auf den Bergen dieser Welt in Afrika und im Himalaya unterwegs.

In all diesen Jahren hat er dabei seine Freude an den Bergen vielen Kameraden aus unserer Sektion und im Umfeld vermittelt. Vielen Menschen hat er auf diese Weise großes Erleben und viel Freude ermöglicht. Mit seinem Wirken, seiner bergsteigerischen Leistung, der großen Bescheidenheit und seinem Einsatz hat er unsere Sektion maßgeblich geprägt, ja er war Vorbild und Ansporn für viele die mit ihm unterwegs sein durften!

Über das Bergsteigen hinaus hat er sich auch in vielen anderen Bereichen der Sektion sehr aktiv eingebracht. So war er von 1970 bis 1994 2. Vorsitzender und anschließend Ehrenrat unserer Sektion. Die Amberger Hütte, die Schweppermannsburg und auch das Vereinsleben insgesamt lagen ihm besonders am Herzen. Die legendären Vereinsmeisterschaften im Langlaufen und alpinen Skifahren hat er mitgestaltet. Bis zuletzt, auch als er selbst nicht mehr aktiv teilhaben konnte, hat er immer wieder in vielen Gesprächen Anteil an den aktuellen Entwicklungen genommen. Auch diese für ihn so schweren letzten Jahre hat er mit großer Haltung ertragen. Wir blicken mit großem Respekt auf ein erfülltes Leben!

Ein letztes Berg Heil!

Die Vorstandschaft im November 2015

Nachruf – Herbert Schöpf

Am Freitag den 11. September verstarb plötzlich und unerwartet unser ehemaliger und langjähriger Hüttenwirt der Amberger Hütte, Herbert Schöpf. Geboren am 4. Dezember 1942 wurde er 72 Jahre alt. Noch immer haben ihn viele unserer Mitglieder und Gäste der Amberger Hütte als lebhaften, aktiven und immer fürsorglichen Hüttenwirt in Erinnerung, auch wenn er es nach seinem Abschied von der Hütte die letzten Jahre etwas ruhiger angehen lies.

Als die Sektion im Jahre 1967 einen neuen Pächter für Ihre Hütte suchte hat sich der damals 24jährige Maurer und Skilehrer Herbert Schöpf beworben. Er stammte aus dem Talort der Hütte in Gries und all dies zusammen schien dem damaligen Vorstand eine gute Voraussetzung für diese schwierige Aufgabe. Die 41 Jahre seiner beruflichen Tätigkeit haben dies mehr als bestätigt!

Stets hat er sich in dieser Zeit intensiv um die Belange der Hütte gekümmert. Viele Veränderungen und Verbesserungen wurden von ihm aktiv betrieben und umgesetzt. Dabei hat er sich weit über das hinaus engagiert, was man von einem Pächter üblicherweise erwarten kann. Die Amberger Hütte wurde sein Leben, ja seine Hütte. Auch die Sektion hat in all diesen Jahren von der guten Entwicklung und der Kontinuität auf Ihrer Hütte sehr profitiert.

Wesentliche Meilensteine waren die Elektrifizierung, die Wasserversorgung, Ausbau von Küche, Lagerräumen, Schlaglager und als eines der größten Projekte der Neubau der Pächterwohnung. Darüber hinaus hat er sich im Wegebau, in der Lawinenkommission, als Bergführer und natürlich besonders bei der Bergrettung engagiert, deren Obmann er viele Jahre gewesen ist.

Wir erinnern uns an seine Kameradschaft, seine Hilfsbereitschaft, die stete Freundlichkeit und Fröhlichkeit gegenüber Gästen aus Amberg und aller Welt und auch seine Gelassenheit, wenn es auf der Hütte an sonnigen Wochenenden mal wieder drunter und drüber ging. Wir sind Herbert Schöpf dankbar für die vielen gemeinsamen Jahre der guten Zusammenarbeit und werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.

Ein letztes Berg Heil!

Der Vorstand der Sektion Amberg des Deutschen Alpenvereins